Geschäftsklima Wirtschaft hat wieder bessere Laune

Erstmals seit Januar hat der Ifo-Geschäftsklimaindex ins Plus gedreht und damit Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung Nahrung gegeben. Experten warnen jedoch angesichts des hohen Ölpreises vor allzu großer Euphorie.

München - Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im Juni wieder aufgehellt. Der Index sei von 92,9 Punkten im Vormonat auf 93,3 Punkte geklettert, teilte das Ifo-Institut mit. Es war der erste Anstieg nach vier Rückgängen in Folge. Die rund 7000 befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Situation als auch die Aussichten für das kommende halbe Jahr etwas besser. Der Teilindex der Geschäftslage legte von 93,4 auf 93,7 Punkte zu, der Teilindex der Erwartungen stieg von 92,3 auf 92,9 Punkte.

Beobachter hatten wegen des schwächeren Euros und der geplanten Neuwahl im Herbst damit gerechnet, dass sich die Stimmung in den Unternehmen ein wenig aufhellt. Von der Nachrichtenagentur AFX News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt genau 93,3 Punkte erwartet. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn warnte jedoch, es sei zu früh, aus dem Anstieg im Juni "auf eine konjunkturelle Besserung in den nächsten Monaten zu schließen".

Der hohe Ölpreis bleibt nach Einschätzung des Ifo-Instituts ein wesentliches Risiko für die weitere Entwicklung der schwachen Konjunktur in Deutschland. "Wenn der Ölpreis auf lange Sicht so hoch bleibt, wird das das internationale Wachstum bremsen", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Auch das deutsche Wachstum werde dann geringer ausfallen als vom Ifo mit 0,8 Prozent in diesem Jahr prognostiziert. Für die weitere konjunkturelle Entwicklung müssten nun die nächsten Monate abgewartet werden, sagte Abberger. Sein Institut gehe aber weiter davon aus, dass die Konjunktur in Deutschland etwas an Fahrt gewinne.