Höhere Provision Allianz schließt Frieden mit ihren Vertretern

Die Allianz hat in die Provisionskasse gegriffen, um einen Streit mit ihren selbstständigen Versicherungsvertretern beizulegen. Nun kann sie eine neue Billigversicherung für Autos starten.

Hamburg - Grundzüge der Einigung bestätigte der größte deutsche Autoversicherer am Montag. "Es wird einen Optimal- und einen Kompakttarif geben", sagte ein Allianz-Sprecher, "außerdem werden wir eine Abschlussmöglichkeit per Internet einführen".

Die Einführung der mit Kompakttarif bezeichneten Billigversicherung hatte der Konzern eigentlich schon am 8. Juni bekannt gegeben. Allerdings hatten die regionalen Vertreterverbände der Allianz massiv dagegen protestiert und unter anderem damit gedroht, den Verkauf von Bankkonten und Kreditkarten der Allianz-Tochter Dresdner Bank einzustellen, an dem sie aus Angst vor einer Abwanderung eigener Kunden zur Bank ohnehin mit gemischten Gefühlen teilnehmen. Der Verkauf der Bankprodukte über die Vertreter ist ein Prestigeprojekt von Konzernchef Michael Diekmann.

Darufhin hatten sich am Freitag Vertreter der 11.400 Vollzeit- und 40.000 Teilzeitvertreter in Deutschland zu einem Gütetermin getroffen. "Die Gespräche verliefen erfolgreich, aber eine Vereinbarung ist noch nicht unterschrieben", beschrieb die Allianz die Gespräche am Montag.

Vor allem bei den Provisionen hat der Konzern den Versicherungsvertretern Zugeständnisse gemacht. Zwar wird der Konzern für die Billigverträge weiterhin nur eine verringerte Provision zahlen. Der urprüngliche Plan, nur die Hälfte der beim Abschluss eines klassischen Vertrages fälligen Provision zu vergüten, wurde aber fallen gelassen. "Da haben wir uns etwas bewegt", sagte der Allianz-Sprecher. Zur künftigen Höhe der Provision wollte er keine Stellung nehmen. Einen Bericht der "Financial Times Deutschland", demzufolge die Absenkung weitgehend zurückgenommen worden sei, bezeichnete er in diesem Punkt aber als zu weitgehend.

Die Zugeständnisse an die Versicherungsvertreter bewegen sich in der Summe offenbar in einem vertretbaren Rahmen. So haben die Versicherungsmathematiker des Unternehmens inzwischen ausgerechnet, dass der Billigtarif trotz der gestiegenen Vertriebskosten nicht neu kalkuliert werden muss. "Das liegt im Toleranzbereich", hieß es dazu aus dem Konzern.

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