HVB/UniCredito Fondsmanager will mehr für sein Aktienpaket

Das Gebot der UniCredito an die HVB-Aktionäre ist zu niedrig, bemängelt John Bennett, der für eine UBS-Tochter 1,5 Millionen HVB-Aktien verwaltet. Allein dürfte Bennett kaum Chancen haben, den Übernahmepreis in die Höhe zu treiben. In Österreich sitzt aber ein Großaktionär, dem dies gelingen könnte.

München - Unter den Aktionären der HypoVereinsbank  (HVB), regt sich einem Zeitungsbericht zufolge Widerstand gegen die von der Unicredito Italiano  geplante Übernahme.

Der zur Schweizer UBS  gehörende Hedge-Fonds-Anbieter GAM lehne das Umtauschangebot von UniCredito ab, berichtet das "Handelsblatt" am Mittwoch. "Wir werden unsere Aktien nach gegenwärtigem Stand nicht verkaufen", sagte Fondsmanager John Bennett der Zeitung. Die Aktie sei 25 Euro bis 27 Euro wert.

Unicredito bietet fünf eigene Aktien für ein HVB-Papier, was nach derzeitigem Stand einem Kurs von rund 22 Euro entspricht. Ein von Bennett gemanagter Fonds, der "GAM Star European Equities" hält 1,5 Millionen HVB-Aktien. Dies entspricht 0,2 Prozent der zum Jahresende 2004 ausgegebenen 750 Millionen Aktien des Münchener Instituts.

Rebellen unter den institutionellen Investoren

Kann sich aus dem negativen Votum des Fondsmanagers eine massive Protestwelle unter den Investoren entwickeln? Die GAM-Gruppe betonte, dass jeder Fondsmanager des Hauses seine eigenen Einschätzungen wiedergeben könne, ohne sie mit dem Haus abzustimmen. John Bennetts Aussagen gäben nicht den offiziellen Standpunkt der UBS in dieser Frage wieder, meldete die Schweizer Bank. Weitere Stellungnahmen wurden abgelehnt.

Die Münchener Rück , die mit rund 18,3 Prozent größte HVB-Aktionärin ist, wird nach früheren Angaben das Umtauschangebot prüfen. Der Rückversicherer hat aber auch einen Verkauf von HVB-Papieren vor Ablauf der Angebotsfrist nicht ausgeschlossen.

Die Wiener AVZ-Stiftung (Anteilsverwaltung Zentralsparkasse), die 4,5 Prozent an der HVB hält, will im September nach Vorlage des Prospekts über die Offerte entscheiden. Allerdings hatten einzelne Stiftungsvorstände - von denen es insgesamt 14 an der AVZ-Spitze gibt - die Übernahme der HVB durch Unicredito und das Umtauschangebot bereits begrüßt.

Warum Österreichs Banker grummeln

Warum Österreichs Banker grummeln

Kritiker aus den Reihen der Stiftung wurden dagegen in den vergangenen Tagen auch in österreichischen Medien zitiert. Sie halten demnach das von den Italienern angebotene Tauschverhältnis von fünf UniCredito-Aktien für ein HVB-Papier für "indiskutabel", zitierte die Nachrichtenagentur APA. Aufgrund der Ergebnispläne der HVB wäre ein Tauschverhältnis von mindestens sieben zu eins angemessen.

Einige Quellen berichten, der ehemalige Chef der BA-CA (Bank Austria Creditanstalt) und Ex-HVB-Vorstand Gerhard Randa könne Urheber der kritischen Gerüchte sein. Randa, der in der vergangenen Woche den Posten des Finanzvorstands beim österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna International  übernahm,. ist heute noch Mitglied des Aufsichtsrats der HVB. Nicht auszuschließen ist, dass Randa, der vorzeitig aus seinem Münchner Vorstandsvertrag ausschied, mit HVB-Vorstandschef Dieter Rampl einen Strauß ausfechten möchte.

Inhaltlich sollen aber neben Randa auch andere AVZ-Mitglieder in Sorge darüber sein, wie der "Bank-der-Regionen-Vertrag" in Zukunft gestaltet wird. Der Vertrag, im Jahr 2000 geschlossen, sicherte der der BA-CA Eigenständigkeit und die Verantwortlichkeit für das Osteuropa-Geschäft der HVB zu. Neben HVB und BA-CA war auch die AVZ Vertragspartner. Als solcher fordert die AVZ nun, "dass die Italiener und die Deutschen auch mit ihnen reden", so Kreise gegenüber manager-magazin.de. Zwar hat UniCredito-Chef Allesandro Profumo, mit dem die Österreicher gern direkt verhandeln würden, bereits verkündet, dass Wien Sitz des Osteuropageschäfts bleiben soll - wichtige Details ließ er aber offen.

Wiener Politiker halten sich noch zurück

Die UniCredito ist in Osteuropa ebenfalls stark vertreten. Sollte die Führungsrolle der BA-CA nach dem Einrichten einer neuen Holding für die Region stark beschnitten werden, hatte die AVZ bereits erklärt, über Schadenersatzansprüche zu entscheiden.

Die Stadt Wien war früher Haupteigentümer der BA-CA und hat ihren Anteil im Zuge der HVB-Übernahme in die Stiftung ausgegliedert. Wahrscheinlich ist also, dass in den kommenden Wochen auch österreichische Politiker ihre Sicht auf den Deal - und daraus resultierende Ansprüche - formulieren werden.

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