Montag, 16. September 2019

HVB/UniCredito Gerüchte über ein Gegenangebot

So einig und aufgeräumt präsentierten sich UniCredito- und HVB-Chef über ihren Mega-Merger - ein "Störfeuer" sei kaum zu erwarten, sagte HVB-Chef Dieter Rampl. Nun aber betreibt eine französische Bank genau diese Taktik. Sie dementiert jedenfalls nicht, dass ein Gegenangebot möglich wäre.

Paris - Die französische Großbank BNP Paribas Börsen-Chart zeigen hat Marktgerüchte über eine angebliche Gegenofferte für die HVB nicht kommentiert. Ein Sprecher der Bank lehnte auf Anfrage eine Stellungnahme am Donnerstag ab.

Mischt sich BNP-Paribas noch in die HVB-Übernahme ein? Logo auf der Zentrale der Banque Nationale de Paris (BNP)
Die Wirtschaftszeitung "La Tribune" berichtet in ihrer Donnerstagausgabe, französische Banken könnten der italienischen UniCredito Börsen-Chart zeigen die Übernahme der HVB noch streitig machen. Societe Generale Börsen-Chart zeigen und BNP Paribas verfügten über Geldreserven und könnten HVB-Aktionären eine Gegenofferte mit einem stattlichen Bargeldanteil schmackhaft machen, schreibt die Zeitung in einer Kolummne.

An der Börse stiegen HVB-Aktien um 2,4 Prozent auf 22,14 Euro. UniCredito legten um 1,9 Prozent auf 4,51 Euro zu. Die Aktien der im Pressebericht erwähnten französischen Banken reagierten unterschiedlich. Societe Generale stiegen im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 83,75 Euro. BNP Paribas fielen gleichzeitig um 0,44 Prozent auf 56,15 Euro.

Risiken bei feindlicher Übernahme

In Finanzkreisen zeigte man sich überrascht von dem angeblichen Interesse. Ein Gegenangebot sei theoretisch immer möglich. Bisher werde dies aber nicht für wahrscheinlich gehalten, da bei einer feindlichen Übernahme kein genauer Blick in die Bücher möglich sei, was die Risiken nur schwer kalkulierbar mache.

Im Frankfurter Markt kursierten am Donnerstag morgen seit Handelsbeginn Gerüchte, über ein Gegenangebot. Die HVB wollte sich zu den Marktspekulationen am Donnerstag nicht äußern. HVB-Vorstandssprecher Dieter Rampl hatte erst am Montag bei der Vorstellung des Fusionsplans mit UniCredito erklärt, er rechne nicht mit einem höheren Gegenangebot anderer Banken. "Ich befürchte kein Störfeuer oder feindliche Übernahmen anderer Banken", hatte Rampl geäußert.

Für eine Gegenangebot spreche nach Angaben von Händler jedoch, "dass die HVB sehr günstig an die UniCredito gehen soll".

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