Viterra-Verkauf Investor zückt den Besen

Noch bevor der Verkauf der Eon-Immobilientochter Viterra an die Fondsgesellschaft Terra Firma vollzogen ist, sorgen die Pläne der künftigen Eigentümer für Unmut: Einem Zeitungsbericht zufolge drohen Mieterhöhungen und die Entlassung von mehr als 500 Mitarbeitern. Zudem muss Viterra-Chef Wolfhard Leichnitz offenbar gehen.

Essen - Wegen des geplanten Verkaufs des Wohnungsriesen Viterra an die britische Fondsgesellschaft Terra Firma drohen laut einem Medienbericht Mieterhöhungen und ein Arbeitsplatzabbau in dem Essener Unternehmen.

Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" in Essen berichtet, sollen nach dem offiziellen Abschluss der Verkaufsverhandlungen und der noch fehlenden Genehmigung durch die Kartellbehörde rund ein Drittel der derzeit 1595 Mitarbeiter entlassen werden. Dies könne nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne gehen.

Nach Angaben der Zeitung erwägt der neue Eigentümer von Viterra, die Terra-Firma-Tochter Annington, auch die Trennung von den Geschäftsfeldern "Development" sowie der "Datenverarbeitung VTIS". Ein Annington-Sprecher wollte entsprechende Pläne zunächst nicht kommentieren.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, sind auch Mieterhöhungen nicht ausgeschlossen. Viterra habe bestehende Erhöhungsspielräume, die der örtliche Mietspiegel zulässt, zu knapp 90 Prozent ausgeschöpft. Unter dem neuen Eigentümer sollten es 95 Prozent sein.

Den weiteren Angaben zufolge wird auch Viterra-Chef Wolfhard Leichnitz vermutlich gehen. Laut WAZ ist Terra Firma entschlossen, die Führungsaufgabe des neuen Unternehmens Annington-Chef Volker Riebel zu übertragen. Dieser Schritt sei für Leichnitz nach Ansicht von Beobachtern aber "absolut unakzeptabel".

Der Energiekonzern Eon  hatte vor kurzem mitgeteilt, Viterra für rund sieben Milliarden Euro an Annington zu verkaufen. Durch die Übernahme entstehe mit 230.000 Wohnungen das größte Wohnimmobilienunternehmen Deutschlands, Viterra bewirtschaftet allein 150.000 Wohnungen. Der Viterra-Verkauf muss noch vom Eon-Aufsichtsrat und vom Kartellamt genehmigt werden und soll bis Juli unter Dach und Fach sein.

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