EADS auf der Flugmesse Chaos statt Strategie

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung werden die designierten EADS-Chefs Noël Forgeard und Thomas Enders ihre neue Strategie doch nicht auf der Flugmesse in Le Bourget vorstellen. Kurzfristig sagten sie die geplante Pressekonferenz ab und legten damit das Chaos in der EADS-Führung offen.

Le Bourget - Der führende europäische Flugtechnikkonzern EADS hat seine monatelange Führungskrise nicht wie erhofft bis zum weltgrößten Branchentreff in Paris Le Bourget lösen können. Zum heutigen Messebeginn sagte EADS seine für morgen geplante Pressekonferenz ersatzlos ab. Der Schritt gilt als peinliches Eingeständnis einer strategischen Blockade beim europäischen Vorzeigeunternehmen, während der Streit der EU mit den USA über Subventionen im Flugzeugbau vor der Welthandelsorganisation WTO eskaliert.

Fast zum Anfassen nah: Airbus A380 auf der Luftfahrtschau in Le Bourget

Fast zum Anfassen nah: Airbus A380 auf der Luftfahrtschau in Le Bourget

Foto: DPA
Kein Fliegenkadaver soll den Ausblick trüben: Letztes Putzen am A380

Kein Fliegenkadaver soll den Ausblick trüben: Letztes Putzen am A380

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Vergangenheit und Zukunft: Boeing 747 im Vordergrund und Airbus A380

Vergangenheit und Zukunft: Boeing 747 im Vordergrund und Airbus A380

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Guck mal wie wendig ich bin: Der A380 bei der Eröffnungsfeier der Luftfahrtmesse

Guck mal wie wendig ich bin: Der A380 bei der Eröffnungsfeier der Luftfahrtmesse

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Zwei Schwergewichte: Der französische Präsident Jacques Chirac verlässt den A380

Zwei Schwergewichte: Der französische Präsident Jacques Chirac verlässt den A380

Foto: REUTERS
Im Landeanflug: A380 über dem Gelände der Luftfahrtmesse

Im Landeanflug: A380 über dem Gelände der Luftfahrtmesse

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Das Flugzeug, das die Massen locken soll
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Die EADS-Großaktionäre DaimlerChrysler  und Sogeade (Lagardère und der französische Staat) blockieren sich seit einem halben Jahr im Streit um die Führungsstruktur bei EADS und der Konzerntochter Airbus. Auslöser war der Versuch des Airbus-Chefs Noël Forgeard, die deutsch-französische EADS-Doppelspitze zu verdrängen und alleine die Konzernführung zu übernehmen.

Forgeard fand dabei die Unterstützung von Präsident Jacques Chirac, DaimlerChrysler blockte den Versuch jedoch ab. Nun warten Forgeard und der Deutsche Thomas Enders seit Wochen auf ihre Bestätigung als Co-Chefs, EADS wird kommissarisch von den Chef-Aufsehern geführt.

Streit im Aktionärslager gibt es auch über die Frage, ob EADS wichtige Zulieferer wie den Elektronikkonzern Thales (10,4 Mrd Euro Umsatz) übernehmen sollte. Forgeard und Chirac sind dafür. DaimlerChrysler lehnt eine Vollfusion ab, mit der die Franzosen ein Übergewicht am EADS-Kapital erhielten.

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