HVB/UniCredito Der lange Marsch

Die Übernahme des zweitgrößten deutschen Finanzinstituts HypoVereinsbank durch die italienische Großbank UniCredito Italiano ist perfekt. manager-magazin.de dokumentiert den Weg der bislang spektakulärsten grenzüberschreitenden Fusion auf dem europäischen Bankensektor.

6. Juni 2003:

Marktgerüchte über eine Übernahme der Commerzbank  durch die HypoVereinsbank  (HVB) machen die Runde und beflügeln den Aktienkurs des Frankfurter Konkurrenten. Die Münchener HVB dementiert.

11. Juni 2003: HVB-Chef Dieter Rampl erteilt einer Fusion mit der Commerzbank zum wiederholten Mal eine Absage. Sein Kommentar: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist das wenig sinnvoll."

9. Juli 2003: Zur Kapitalbeschaffung platziert die HVB rund 25 Prozent ihrer Anteile an der Tochtergesellschaft Bank Austria an der Börse.

16. Juli 2003: Die HVB verkauft ihre Tochter Norisbank für knapp 450 Millionen Euro an die DZ Bank.

6. Oktober 2003: Die HVB-Immobilientochter Hypo Real Estate  feiert ihr Börsendebüt.

3. November 2003: Die HVB erhöht ihren Anteil an der Vereins- und Westbank auf mehr als 90 Prozent und ermöglicht dadurch eine Verschmelzung beider Unternehmen.

20. Dezember 2003: Rampl sagt, er erwarte eine weitere Konsolidierung am deutsche Bankenmarkt. Dabei werde es eher zu freundlichen und nicht zu feindlichen Übernahme deutscher durch ausländische Banken kommen. "Was sollte schlimm daran sein, wenn ausländische Banken deutsche Banken übernehmen", sagt Rampl.

11. März 2004: Rampl bekräftigt, dass er eine Fusion oder Übernahme der HVB nicht grundsätzlich für ausgeschlossen hält. "Wir werden uns sinnvollen Konstellationen im Sinne unserer Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter nicht verschließen".

16. August 2004: Rampl liebäugelt trotz des Börsengangs der Postbank  mit einer Übernahme des Instituts. Die Postbank sei "gut unterwegs" und es bestehe unverändert Interesse an dem Institut.

28. Oktober 2004: Die HVB kündigt an, Teile des Firmenkundengeschäfts von der ING-BHF-Bank zu übernehmen. Die BHF-Bank trennt sich im Zuge der Übernahme durch Sal. Oppenheim vom nationalen Firmenkundengeschäft.

Die letzten Tage

29. November 2004: Die HVB beschließt einen Umbau des Vorstands. Das ertragsschwache Deutschland-Geschäft wird künftig von Christine Licci und Johann Berger geleitet. Michael Mendel gibt dieses Ressort auf und übernimmt den Bereich Österreich, Mittel- und Osteuropa von Gerhard Randa, der in den Aufsichtsrat wechselt.

21. Januar 2005: Überraschend gliedert die HVB ihre Not leidenden Kredite aus und nimmt für 2004 Sonderwertabschreibungen von 2,5 Milliarden Euro vor.

24. Februar 2005: Bei der Bilanzvorlage für 2004 gibt die HVB einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro bekannt, der maßgeblich auf die Sonderwertabschreibung zurückgeführt wird. Bis 2007 sollen bis zu 2400 Stellen überwiegend im Inland gestrichen werden.

25. April 2005: Rampl spricht erstmals über eine mögliche Fusion mit einem italienischen Institut und nennt Unicredito  einen attraktiven Partner. "Ich weiß, dass wir nicht in der Position sind, einen solchen Partner zu übernehmen".

26. Mai 2005: Spekulationen um eine bevorstehende Übernahme der HVB durch Unicredito sorgen für Turbulenzen an der Börse. Die HVB-Aktie legt zeitweise um mehr als sieben Prozent zu.

30. Mai 2005: Unicredito und HVB bestätigen Fusionsverhandlungen. "Bisher wurde noch keine Vereinbarung erzielt und der Ausgang der Gespräche ist noch offen", heißt es in einer Mitteilung.

5. Juni 2005: Aus Verhandlungskreisen verlautet, dass Unicredito-Chef Alessandro Profumo an der Spitze eines fusionierten Instituts stehen soll. Rampl soll die Funktion des Chairman übernehmen.

12. Juni 2005: HVB-Vorstandssprecher Dieter Rampl gibt bekannt, dass sich HVB und Unicredito zusammenschließen, sofern die Aktionäre das Angebot annehmen. Zuvor hatten der HVB-Aufsichtsrat und der Verwaltungsrat von Unicredito der Übernahme zugestimmt. Für jede Aktie der HypoVereinsbank wird UniCredito fünf neue UniCredito-Stammaktien anbieten.

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