Volkswagen Fox light aus Indien

Schon im kommenden Jahr sollen angeblich abgespeckte VW-Fox-Modelle in Indien vom Band laufen. Der Listenpreis dürfte sehr niedrig ausfallen. Mehr Sparsamkeit will Vorstandschef Bernd Pischetsrieder auch konzernweit walten lassen: Zwei Milliarden Euro zusätzlich sollen allein 2006 beim Personal und beim Material gekürzt werden.

Wolfsburg - Schon im kommenden Jahr sollen in Indien die ersten Autos der Marke VW vom Band rollen. Von dem Wolfsburger Konzern lägen "bereits konkrete Lieferanfragen vor", berichtet das Düsseldorfer "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) unter Hinweis auf Informationen aus Zuliefererkreisen.

Als wahrscheinlich gelte, dass eine geänderte Variante des in Brasilien entwickelten Kleinwagens Fox in Indien gebaut werden soll. Der indische Automarkt wachse am stärksten im unteren Preissegment um die 3000 Euro. Vor vier Wochen hatte der indische Industrieminister B. Satyanarayana angekündigt, bis Mitte Juni werde Volkswagen den Bau einer großen Autofabrik in Indien bekanntgeben.

VW-Sprecher Dirk Große-Leege sagte gegenüber manager-magazin.de am heutigen Dienstag: "Es gibt noch keine Entscheidung", dementierte die Pläne aber nicht. Aus Unternehmenskreisen hieß es, VW-Chef Bernd Pischetsrieder werde die Entscheidung über das Auto, mit dem VW in Indien startet, in den kommenden Wochen bekannt geben. Gleiches gelte für den Standort, an dem der Wagen produziert werden soll.

VW Fox "sehr gut angenommen"

Volkswagen betreibt bereits ein Werk in Indien, in dem jährlich einige hundert Bausätze des seit 2001 in Indien angebotenen Skoda-Mittelklassewagens Octavia zusammengesetzt werden. Außerhalb Europas schweißt der Konzern außerdem in Mexiko, Brasilien, Argentinien, Israel, Südafrika und China Autos und Autoteile zusammen.

Der VW-Fox, der in Deutschland und anderen Ländern erst seit wenigen Wochen erhältlich ist, wird laut Große-Leege "sehr gut angenommen", für mehr als diese Tendenz-Aussage sei es aber noch zu früh.

VW soll 2005 aus der Verlustzone

Konzernchef Bernd Pischetsrieder kündigte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe) ein neues Kostensenkungsprogram an. Bis zum Jahr 2008 könnten nochmals "Ergebnisverbesserungsmaßnahmen" in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro nötig sein, sagte Pischetsrieder der Zeitung. Der VW-Chef will das Sparprogramm "For Motion" fortsetzen, mit dem bereits bis Ende dieses Jahres 3,1 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Pischetsrieder will allein im nächsten Jahr mehr als eine Milliarde Euro Personalkosten einsparen; eine weitere Milliarde Euro soll bei den Materialkosten wegfallen.

VW-Sprecher Große-Leege bekräftigte gegenüber manager-magazin.de, dass die Einsparungen bei den Personalkosten ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht werden sollen, "wie es bei den Lohnverhandlungen vereinbart wurde". Potenziale für Kostensenkungen würden auch "partnerschaftlich" mit den Zulieferern gesucht, dies sei "eine wesentliche Komponente" des Plans.

Auf die Frage, wann die Kernmarke VW wieder aus der Verlustzone komme, sagte Pischetsrieder der "FAZ": "Das schaffen wir in diesem Jahr." Die ursprünglich angestrebte Kapitalrendite von neun Prozent im Jahr 2006 halte er jedoch für unrealistisch. Um die Auslastung im Stammwerk Wolfsburg zu verbessern, will Pischetsrieder dort ein neues Auto bauen lassen. Nach seinen Vorstellungen könnte der geplante Kompakt-Geländewagen von den Mitarbeitern gefertigt werden, die für den kostengünstigeren "5000 mal 5000"-Tarif bei Volkswagen beschäftigt sind. Europas größter Automobilkonzern leidet unter einer anhaltend schlechten Ertragslage.

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.