US-Absatz VW bricht ein, Porsche legt zu

Die größten Verluste auf dem US-Automarkt hat im Mai Volkswagen erlitten - mehr als 40 Prozent. Auch Mercedes und BMW verkauften weniger Fahrzeuge. Porsche dagegen meldet einen Rekordabsatz.

Auburn Hills - Der deutsch-amerikanische Autohersteller DaimlerChrysler  hat im Mai in den USA von seiner Nobelmarke Mercedes-Benz weniger Autos verkauft als vor Jahresfrist. DaimlerChrysler teilte am Mittwoch mit, der Pkw-Absatz des Konzerns sei ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Zahl von Verkaufstagen im Mai um zwei Prozent zum Vorjahr gesunken. Von der Marke Mercedes-Benz seien mit 17.811 zwei Prozent weniger Fahrzeuge verkauft worden, bei Chrysler belaufe sich das Absatzminus zum Vorjahr mit 214.575 Fahrzeugen auf minus drei Prozent.

Im April hatte die bis zuletzt unter Qualitätsmängeln leidende Marke Mercedes-Benz weltweit erstmals in diesem Jahr mit 104.900 Fahrzeugen einen Zuwachs bei den Verkaufszahlen erreicht. Aufsummiert über die ersten vier Monate hatte das Absatzminus weltweit jedoch noch 2,7 Prozent betragen.

Auch für die US-Tochter Chrysler war der Monat absatzschwächer als noch vor einem Jahr, die Auslieferungen des drittgrößten US-Autobauers rutschten um 3 Prozent auf 214.575 Neufahrzeuge. Der Mai habe jedoch zwei Verkaufstage weniger gehabt als im vergangenen Jahr, betonte das Unternehmen. Auf bereinigter Basis ergebe sich so für Chrysler ein Absatz-Anstieg um 6 Prozent, hieß es weiter. Trotz des Absatzrückgangs im Mai rechnet Mercedes-Benz in den USA dank Neueinführungen wie etwa der M-Klasse und der R-Klasse mit einem Rekordjahr.

Volkswagen: Minus 41,9 Prozent, Porsche mit Rekord

Für Volkswagen  hat der Mai erneut eine herbe Schlappe in den USA gebracht. Der Absatz brach um 41,9 Prozent auf 16.297 Fahrzeuge ein. In den ersten fünf Monaten des Jahres betrug der Absatz 77.633 Neufahrzeuge, damit liegen die Wolfsburger um 25,1 Prozent hinter dem Vorjahresniveau zurück. Kräftige Einbrüche verzeichnete Volkswagen im Mai wegen des angekündigten Modellwechsels erneut beim Passat (minus 66 Prozent) und beim Jetta (minus 31,2 Prozent).

Porsche  setzte in Nordamerika im Mai dagegen 25 Prozent mehr Pkw ab. Die Stuttgarter haben den Absatz in den USA und Kanada auf 3567 Fahrzeuge gesteigert und damit nach eigenen Angaben einen historischen Verkaufsrekord erzielt. Vor allem der Boxster habe mit einem Plus von 142 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen starken Wachstumsschub verzeichnet.

Von der 911-er Baureihe wurden 17 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft. Beim Cayenne ging der Absatz dagegen um sechs Prozent zurück. Damit hätten die Auslieferungen des sportlichen Geländewagens das Niveau des Vorjahres fast erreicht und gegenüber den ersten Monaten dieses Jahres deutlich an Fahrt gewonnen, hieß es.

Bei BMW macht der Mini Boden gut

Bei BMW macht der Mini Boden gut

BMW of North America teilte am Mittwochabend mit, der Konzern habe in den USA von seinen Marken BMW  und Mini im Mai 26.926 und damit 3,1 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt als noch im Vorjahr. In den ersten fünf Monaten lag die Gruppe mit 117.844 abgesetzten Fahrzeugen aber noch um 2 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Fahrzeuge der Marke BMW verkauften sich im vergangenen Monat schlechter als noch im Mai 2004. Insgesamt ging der Absatz von BMW-Modellen um 5,7 Prozent auf 23.048 Stück zurück. Dagegen konnte die Marke Mini zulegen, vom der Kleinwagenmarke setzte der Konzern im vergangenen Monat 3.878 Fahrzeuge (plus 16 Prozent) ab.

Drastisches Minus für Ford

Wesentlich drastischer fällt das Minus für Ford  aus. Der Absatz ist um elf Prozent auf 283.994 Fahrzeuge zurückgegangen. Damit setzt sich der Abwärtstrend bei Ford im zwölften Monat in Folge fort. Für das zweite Quartal behielt das Unternehmen seinen Ausblick für die Produktion in Nordamerika mit einem geplanten Bau von 905.000 Fahrzeugen bei. Im dritten Quartal werde die US-Produktion voraussichtlich unter dem Vorjahreswert liegen, hieß es.

Wie Ford weiter mitteilte, soll die Produktion im dritten Quartal weiter an die Nachfrage angepasst werden. So plant der Konzern die Fertigung von 730.000 Fahrzeugen. Im vergangenen Jahr waren im dritten Quartal von den Ford-Bändern noch 747.000 Fahrzeuge gelaufen.

Da Ford wie General Motors mit zunehmender Nachfrageschwäche bei seinen Geländewagen zu kämpfen hat, wird die Produktion der Nutzfahrzeuge im dritten Quartal von 553.000 auf 520.000 heruntergefahren. Gleichzeitig sollen mehr Pkw gebaut werden, und zwar 210.000 nach 194.000 im Vorjahr. Für das zweite Quartal bleibt Ford bei seinen ursprünglichen Produktionsplänen von 905.000 Fahrzeugen.

GM will alle Autos zum Mitarbeiterpreis anbieten

Der weltgrößte Autokonzern General Motors  will nach Angaben von Fahrzeughändlern Kunden künftig die gleichen Preisnachlässe einräumen wie seinen Mitarbeitern. Der in Detroit ansässige Autoproduzent wolle dies umgehend ankündigen, hieß es.

Mit den neuen Bonusangeboten will der angeschlagene Autoproduzent vor allem den Rückgang von Absätzen auf dem US-Markt anheizen und die sich türmenden Bestände von unverkauften Autos und Lastwagen reduzieren. Absatzprobleme auf dem Heimatmarkt USA hatten dazu beigetragen, dass GM im Auftaktquartal 2005 einen Rekordverlust von 1,1 Milliarden verbuchte.

GM hat im Mai auf seinem Heimatmarkt weniger Fahrzeuge als im Vorjahr abgesetzt: 393.197 Fahrzeugen seien in den USA arbeitstäglich bereinigt fünf Prozent weniger als im Mai 2004 abgesetzt worden. Für das zweite Quartal bleibe der Ausblick für Nordamerika unverändert bei 1,25 Millionen Fahrzeuge. Für das dritte Quartal gab der Konzern ein Produktionsziel vor, das um neun Prozent unter der Produktionszahl des Vorjahres liegt.

Nissan und Toyota gewinnen weiter

Nissan und Toyota gewinnen weiter Marktanteile

Der japanische Autobauer Nissan  hat dagegen einen neuen Verkaufsrekord erzielt. Wie der Renault-Partner am Mittwoch mitteilte, setzte er 93.519 Fahrzeuge der Marken Nissan und Infiniti ab - das waren 15,5 Prozent mehr als noch im Mai des vergangenen Jahres. Besonders gut gelaufen seien die Modelle Altima, Murano, Armada, Titan und der Infiniti M. Von ihnen setzte Nissan so viele Fahrzeuge ab wie noch nie in einem Mai zuvor.

Der Absatz des japanischen Autobauers Toyota  ist im Mai erneut gestiegen. Wie der weltweit zweitgrößte Autohersteller am Mittwoch im kalifornischen Torrance mitteilte, kletterte die Zahl der ausgelieferten Neufahrzeuge um 7,8 Prozent auf 201.493 Stück. In den ersten fünf Monaten liegt der Absatz von Toyota in den USA bei 919.195 Stück und damit um 11,9 Prozent über dem Vorjahr. Der Absatz der Marke Toyota kletterte um 7,6 Prozent auf 175.038 Stück. Von seiner Luxus-Marke Lexus setzte der japanische Konzern 26.455 Fahrzeuge ab (plus 9,6 Prozent) und erreichte damit einen neuen Rekordstand für den Monat Mai.

Die Ford-Tochter Volvo hat in Nordamerika im Mai weniger Fahrzeuge abgesetzt als noch vor einem Jahr. Der Absatz der Volvo Cars of North America mit 60.261 Fahrzeugen um 2,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Während Volvo für Kanada und Mexiko Rekordabsatzzahlen präsentierte, hinkte der Autobauer in den USA dem Vorjahr hinterher. In den Vereinigten Staaten knickte der Absatz um 8,6 Prozent auf 10.826 Fahrzeuge ein. In Mexiko verzeichnete Volvo unterdessen ein Absatzplus von 20,8 Prozent, in Kanada waren es plus 18,6 Prozent.

Zeitgleich zur Veröffentlichung der US-Absatzzahlen der anderen Hersteller gab Fiat  seine Zahlen für den italienischen Heimatmarkt bekannt. Der Autobauer muss hier einen Abschlag von fast einem Drittel hinnehmen. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Turin mitteilte, sank die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge der Marke Fiat um 28,75 Prozent auf 30.700 Stück.

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