Frankreich Villepin beerbt Raffarin als Regierungschef

Der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin hat nach dem Nein der Franzosen zur EU-Verfassung sein Amt niedergelegt. Nachfolger wird der bisherige Innenminister Dominique de Villepin. Der Euro fällt auf Tagestief.

Paris - Staatspräsident Jacques Chirac nahm das Rücktrittsgesuch Raffarins an, wie der Elysée-Palast am Dienstag mitteilte. Der Rechtsliberale war drei Jahre lang Regierungschef in Frankreich.

Chirac hatte nach dem Nein der Franzosen zur EU-Verfassung eine Regierungsumbildung angekündigt. Raffarin war zuletzt so unbeliebt wie kaum ein anderer Regierungschef der Fünften Republik vor ihm.

Neuer Premierminister wird der bisherige Innenminister Dominique de Villepin. Wie das Präsidialamt am Dienstag bekannt gab, löst der 51-jährige Villepin Regierungschef Jean-Pierre Raffarin ab. Staatspräsident Jacques Chirac hatte einen "neuen Impuls" für das Regierungshandeln in Aussicht gestellt.

Gegenspieler der US-Regierung

Villepin gilt als enger Vertrauter Chiracs. Weltweit ist er aus seiner Zeit als Außenminister vom Mai 2002 bis März 2004 bekannt. In dieser Phase trat er in enger Abstimmung mit Chirac als Gegenspieler der US-Regierung im Ringen um den Irak-Krieg auf.

Villepin wurde von Chirac konsequent für das höchste Regierungsamt aufgebaut. Nach Chiracs Einzug in den Elysée-Palast 1995 hatte Villepin sieben Jahre lang das Präsidialamt in Paris geleitet. 2002 hatte der Staatschef ihn zum Außenminister ernannt, bei der Regierungsumbildung Ende März 2004 wechselte er ins Innenressort.

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