Hedgefonds Eine Milliarde Dollar pro Tag

Wie verdient man eine Milliarde Dollar an einem einzigen Tag? Hedgefondsmanager George Soros hat es vorgemacht. Die Strategien der als "Heuschrecken" titulierten Finanzakrobaten sind riskant, aber höchst einträglich – wenn es gut geht. Ein Überblick über die Lieblingswerkzeuge der Freistil-Investoren.
Schlacht um das Pfund: "Spekuliere nie gegen eine Zentralbank" mahnt die Börsenweisheit. George Soros hielt sich nicht daran und landete damit im Herbst 1992 einen der größten Coups der Finanzgeschichte. Sein Hedgefonds "Quantum" wettete mit hohem Einsatz gegen das britische Pfund - obwohl die britische Notenbank mit kräftigen Leitzinserhöhungen versuchte, die angeschlagene Währung zu stützen. Als Schatzkanzler Norman Lamont die Währung dann doch aus dem Europäischen Währungssystem entfernen musste, sackte das Pfund wie ein Stein - und Soros' Hedgefonds war um eine Milliarde Dollar reicher. Währungsspekulationen sind Teil einer "Global Macro"-Strategie: Hedgefondsmanager setzen auf globale Trends wie etwa die Entwicklung von Devisen, um ihren Einsatz zu vervielfachen. Doch selbst Soros verbrannte sich bei anderer Gelegenheit die Finger ...

Schlacht um das Pfund: "Spekuliere nie gegen eine Zentralbank" mahnt die Börsenweisheit. George Soros hielt sich nicht daran und landete damit im Herbst 1992 einen der größten Coups der Finanzgeschichte. Sein Hedgefonds "Quantum" wettete mit hohem Einsatz gegen das britische Pfund - obwohl die britische Notenbank mit kräftigen Leitzinserhöhungen versuchte, die angeschlagene Währung zu stützen.

Als Schatzkanzler Norman Lamont die Währung dann doch aus dem Europäischen Währungssystem entfernen musste, sackte das Pfund wie ein Stein - und Soros' Hedgefonds war um eine Milliarde Dollar reicher. Währungsspekulationen sind Teil einer "Global Macro"-Strategie: Hedgefondsmanager setzen auf globale Trends wie etwa die Entwicklung von Devisen, um ihren Einsatz zu vervielfachen. Doch selbst Soros verbrannte sich bei anderer Gelegenheit die Finger ...

Foto: [M] DPA ; mm.de
Legendärer Crash: Sie schienen unschlagbar. Die Ökonomie-Nobelpreisträger Robert Merton und Myron Scholes hatten mit geschickten Anleihespekulationen die Gewinne ihres Hedgefonds Long Term Capital Management (LTCM) in die Höhe getrieben. Anleger, darunter zahlreiche Großbanken, waren von dieser "Global Macro"-Variante begeistert und überhäuften LTCM mit Krediten. 1998 spekulierte LTCM mit Russland-Anleihen in Rubel und in Dollar - als Ministerpräsident Kiriyenko auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise heimischen Banken verbat, Dollar an ausländische Investoren zurückzuzahlen, verlor LTCM knapp fünf Milliarden Euro. Mit einer milliardenschweren Rettungsaktion mussten die beteiligten Banken den Kollaps des Fonds verhindern. Die Märkte gerieten ins Wanken, und fortan wurde das Kreditvolumen für Hedgefonds begrenzt. Schwacher Trost für Scholes und Merton: Auch Hedgefondsguru George Soros soll während der Russland-Krise rund zwei Milliarden Dollar versenkt haben.

Legendärer Crash: Sie schienen unschlagbar. Die Ökonomie-Nobelpreisträger Robert Merton und Myron Scholes hatten mit geschickten Anleihespekulationen die Gewinne ihres Hedgefonds Long Term Capital Management (LTCM) in die Höhe getrieben. Anleger, darunter zahlreiche Großbanken, waren von dieser "Global Macro"-Variante begeistert und überhäuften LTCM mit Krediten.

1998 spekulierte LTCM mit Russland-Anleihen in Rubel und in Dollar - als Ministerpräsident Kiriyenko auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise heimischen Banken verbat, Dollar an ausländische Investoren zurückzuzahlen, verlor LTCM knapp fünf Milliarden Euro. Mit einer milliardenschweren Rettungsaktion mussten die beteiligten Banken den Kollaps des Fonds verhindern. Die Märkte gerieten ins Wanken, und fortan wurde das Kreditvolumen für Hedgefonds begrenzt. Schwacher Trost für Scholes und Merton: Auch Hedgefondsguru George Soros soll während der Russland-Krise rund zwei Milliarden Dollar versenkt haben.

Foto: [M] DPA ; manager-magazin.de
Gewinnen, wenn die Kurse fallen: Mit der "Short Equity"-Strategie locken Hedgefonds Anleger, auch in schlechten Zeiten Kasse zu machen. Anleger der Deutschen Telekom haben diese Leerverkauf-Strategie leidvoll erfahren: Britische Hedgefonds wie Thames River Capital liehen sich 2001 im großen Stil Telekom-Aktien aus, um sie sofort am Markt zu verkaufen. Das Papier, ohnehin gedrückt durch die milliardenschwere Voicestream-Übernahme und das Ende des Internethypes, setzte seine Talfahrt fort: Jeden Tiefpunkt nutzen die Hedgefondsmanager, um Aktien billig zurückzukaufen und ihre Positionen "glattzustellen". Hatte ein Hedgefonds zum Beispiel im Frühjahr 2001 geliehene T-Aktien zu 30 Euro verkauft und erst im Juni 2002 zu zehn Euro zurückgekauft, blieben ihm 20 Euro Gewinn. "Die T-Aktie wird von Hedgefonds heruntergeprügelt", beschwerte sich der damalige Telekom-Chef Ron Sommer. Bald darauf musste er gehen - ein drastischer Schuldenabbau schien ein probates Mittel, künftigen Angriffen von Hedgefonds vorzubeugen.

Gewinnen, wenn die Kurse fallen: Mit der "Short Equity"-Strategie locken Hedgefonds Anleger, auch in schlechten Zeiten Kasse zu machen. Anleger der Deutschen Telekom haben diese Leerverkauf-Strategie leidvoll erfahren: Britische Hedgefonds wie Thames River Capital liehen sich 2001 im großen Stil Telekom-Aktien aus, um sie sofort am Markt zu verkaufen. Das Papier, ohnehin gedrückt durch die milliardenschwere Voicestream-Übernahme und das Ende des Internethypes, setzte seine Talfahrt fort: Jeden Tiefpunkt nutzen die Hedgefondsmanager, um Aktien billig zurückzukaufen und ihre Positionen "glattzustellen".

Hatte ein Hedgefonds zum Beispiel im Frühjahr 2001 geliehene T-Aktien zu 30 Euro verkauft und erst im Juni 2002 zu zehn Euro zurückgekauft, blieben ihm 20 Euro Gewinn. "Die T-Aktie wird von Hedgefonds heruntergeprügelt", beschwerte sich der damalige Telekom-Chef Ron Sommer. Bald darauf musste er gehen - ein drastischer Schuldenabbau schien ein probates Mittel, künftigen Angriffen von Hedgefonds vorzubeugen.

Foto: [M] DDP ; manager-magazin.de
Verdiene in der Not: "Distressed" (in Schwierigkeiten) ist eine riskante, aber sehr chancenreiche Investmentstrategie von Hedgefonds. Sie kaufen Aktien oder Anleihen in Not geratener Unternehmen, um ihre "Junkbonds" (Schrottanleihen) während der Sanierung des Unternehmens in Aktien zu tauschen. Gelingt die Neustrukturierung der Firma, oder gibt ein konjunktureller Aufschwung einem Nachfolgeunternehmen genug Rückenwind, haben sich die neuen Anteilseigner äußerst günstig in einen wieder genesenden Konzern eingekauft. David Tepper, Junkbond-Experte und Chef des US-Hedgefonds Appaloosa, redete bei der Umwandlung der Pleitefirma Worldcom in das Nachfolgeunternehmen MCI ein gewichtiges Wort mit. Nicht selten beklagen Mitarbeiter die rauen Methoden der neuen Anteilseigner, wenn es darum geht, aus "Schrott" wieder Geld zu machen. Für Tepper scheint sich sein Ansatz zu lohnen: Sein Einkommen betrug im Vorjahr laut dem US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" 500 Millionen Dollar.

Verdiene in der Not: "Distressed" (in Schwierigkeiten) ist eine riskante, aber sehr chancenreiche Investmentstrategie von Hedgefonds. Sie kaufen Aktien oder Anleihen in Not geratener Unternehmen, um ihre "Junkbonds" (Schrottanleihen) während der Sanierung des Unternehmens in Aktien zu tauschen. Gelingt die Neustrukturierung der Firma, oder gibt ein konjunktureller Aufschwung einem Nachfolgeunternehmen genug Rückenwind, haben sich die neuen Anteilseigner äußerst günstig in einen wieder genesenden Konzern eingekauft.

David Tepper, Junkbond-Experte und Chef des US-Hedgefonds Appaloosa, redete bei der Umwandlung der Pleitefirma Worldcom in das Nachfolgeunternehmen MCI ein gewichtiges Wort mit. Nicht selten beklagen Mitarbeiter die rauen Methoden der neuen Anteilseigner, wenn es darum geht, aus "Schrott" wieder Geld zu machen. Für Tepper scheint sich sein Ansatz zu lohnen: Sein Einkommen betrug im Vorjahr laut dem US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" 500 Millionen Dollar.

Foto: [M] DPA ; manager-magazin.de
Schnell rein, schnell raus: Geschwindigkeit ist für Hedgefonds entscheidend. Steve Cohen bewegt mit seinem Hedgefonds SAC Capital an guten Tagen 3 Prozent des Umsatzes an der Nyse und ist damit einer der "Monstertrader" an der Wall Street. Cohen und sein Team nutzen winzige Preisunterschiede an einzelnen Handelsplätzen oder auch Gerüchte binnen Sekunden dazu, um massiv Aktien zu kaufen und wieder zu verkaufen. "Arbitrage" nennt sich dieser Ansatz. Man nutze "Ineffizienzen des Marktes" oder "Informationsvorsprünge", heißt es vornehm. Wer Investmentbanken mit Handelsgebühren in Millionenhöhe versorge, bekomme im Gegenzug schon mal einen Tipp, "Information Arbitrage", behaupten Kritiker. Bedenklich ist für viele vor allem das hohe Handelsvolumen und damit die wachsende Macht der Hedgefonds: Angeblich sind sie bereits für mehr als 30 Prozent des Handels an der Londoner Börse verantwortlich. Viel Geld in schnellen Händen.

Schnell rein, schnell raus: Geschwindigkeit ist für Hedgefonds entscheidend. Steve Cohen bewegt mit seinem Hedgefonds SAC Capital an guten Tagen 3 Prozent des Umsatzes an der Nyse und ist damit einer der "Monstertrader" an der Wall Street. Cohen und sein Team nutzen winzige Preisunterschiede an einzelnen Handelsplätzen oder auch Gerüchte binnen Sekunden dazu, um massiv Aktien zu kaufen und wieder zu verkaufen. "Arbitrage" nennt sich dieser Ansatz. Man nutze "Ineffizienzen des Marktes" oder "Informationsvorsprünge", heißt es vornehm.

Wer Investmentbanken mit Handelsgebühren in Millionenhöhe versorge, bekomme im Gegenzug schon mal einen Tipp, "Information Arbitrage", behaupten Kritiker. Bedenklich ist für viele vor allem das hohe Handelsvolumen und damit die wachsende Macht der Hedgefonds: Angeblich sind sie bereits für mehr als 30 Prozent des Handels an der Londoner Börse verantwortlich. Viel Geld in schnellen Händen.

Foto: DPA
"Zeitbomben" mit Hebelwirkung: Nicht nur direkte Investments bringen Geld. Die Mehrzahl der Hedgefonds spekuliert neben Aktien auch mit Rohstoffen, Anleihen und Währungen, ohne sich dabei ein Fass Öl oder einen Sack voll Dollar ins Lager stellen zu müssen. Die Fonds investieren statt dessen in komplizierte Finanzderivate, wie zum Beispiel Termingeschäfte: Sie wetten darauf, dass der Preis von Öl, Kupfer, Stahl, Kaffee, Getreide oder der Kurs einer beliebigen Währung innerhalb einer bestimmten Zeitspanne steigt oder fällt. Der Einsatz von Termingeschäften gehört zum Pflichtprogramm der Big Player, wie zum Beispiel des Caxton Hedgefonds, der seit 1983 durchschnittlich um 30 Prozent gestiegen ist. Der Zahl und Komplexität dieser Finanzderivate sind keine Grenzen gesetzt: Großinvestor Warren Buffett hat diese Derivate einst in weiser Voraussicht als "Zeitbomben" mit dem Potenzial "finanzieller Massenvernichtungswaffen" beschrieben ...

"Zeitbomben" mit Hebelwirkung: Nicht nur direkte Investments bringen Geld. Die Mehrzahl der Hedgefonds spekuliert neben Aktien auch mit Rohstoffen, Anleihen und Währungen, ohne sich dabei ein Fass Öl oder einen Sack voll Dollar ins Lager stellen zu müssen. Die Fonds investieren statt dessen in komplizierte Finanzderivate, wie zum Beispiel Termingeschäfte: Sie wetten darauf, dass der Preis von Öl, Kupfer, Stahl, Kaffee, Getreide oder der Kurs einer beliebigen Währung innerhalb einer bestimmten Zeitspanne steigt oder fällt.

Der Einsatz von Termingeschäften gehört zum Pflichtprogramm der Big Player, wie zum Beispiel des Caxton Hedgefonds, der seit 1983 durchschnittlich um 30 Prozent gestiegen ist. Der Zahl und Komplexität dieser Finanzderivate sind keine Grenzen gesetzt: Großinvestor Warren Buffett hat diese Derivate einst in weiser Voraussicht als "Zeitbomben" mit dem Potenzial "finanzieller Massenvernichtungswaffen" beschrieben ...

Foto: DPA
Verdienen mit Übernahmen: Wenn eine Firma eine andere schluckt, sind Hedgefonds meist mit von der Partie. Die Fondsmanager nutzen besondere Ereignisse an den Märkten wie Übernahmen, Fusionen, Insolvenzen oder Restrukturierungen, um mit den Aktien der beteiligten Unternehmen zu spekulieren. "Event-driven" heißt dieser Ansatz: Wo etwas passiert, lässt sich meist viel Geld verdienen oder verlieren. Bevorzugte Taktik von Hedgefonds ist es, im Fall von anstehenden Übernahmen Aktien des Übernahmekandidaten zu kaufen und gleichzeitig "Short"-Positionen (Verkaufsrechte) der übernehmenden Firma aufzubauen, also deren Aktien leer zu verkaufen. Die Taktik geht auf, wenn - nach Lehrbuch - die Aktie des Übernehmers aufgrund der finanziellen Belastung fällt und die Aktie des Übernahmekandidaten wegen des über dem Marktpreis notierenden Angebotes steigt. Klingt simpel, doch auch hier ist Timing alles.

Verdienen mit Übernahmen: Wenn eine Firma eine andere schluckt, sind Hedgefonds meist mit von der Partie. Die Fondsmanager nutzen besondere Ereignisse an den Märkten wie Übernahmen, Fusionen, Insolvenzen oder Restrukturierungen, um mit den Aktien der beteiligten Unternehmen zu spekulieren. "Event-driven" heißt dieser Ansatz: Wo etwas passiert, lässt sich meist viel Geld verdienen oder verlieren.

Bevorzugte Taktik von Hedgefonds ist es, im Fall von anstehenden Übernahmen Aktien des Übernahmekandidaten zu kaufen und gleichzeitig "Short"-Positionen (Verkaufsrechte) der übernehmenden Firma aufzubauen, also deren Aktien leer zu verkaufen. Die Taktik geht auf, wenn - nach Lehrbuch - die Aktie des Übernehmers aufgrund der finanziellen Belastung fällt und die Aktie des Übernahmekandidaten wegen des über dem Marktpreis notierenden Angebotes steigt. Klingt simpel, doch auch hier ist Timing alles.

Retter oder Räuber: In seltenen Fällen investieren Hedgefonds direkt in ein Unternehmen, das sie für unterbewertet halten. Steve Lampert ist mit seinem Hedgefonds ESL Investment solch eine Ausnahmeerscheinung: Er investierte zum Beispiel in die angeschlagene US-Handelskette Kmart, um anschließend mit dem nötigen Nachdruck eine Sanierung zu forcieren. Ein Einstieg von Hedgefonds bei solchen "Turnaround"-Kandidaten führt meist zu einem kräftigen Anstieg des Börsenkurses: Anleger trauen Hedgefondsmanagern offenbar eher zu, auch mal mit unkonventionellen Methoden die Bilanzen eines Unternehmens wieder zu verbessern oder, wie im Fall Deutsche Börse, für frischen Wind zu sorgen ...

Retter oder Räuber: In seltenen Fällen investieren Hedgefonds direkt in ein Unternehmen, das sie für unterbewertet halten. Steve Lampert ist mit seinem Hedgefonds ESL Investment solch eine Ausnahmeerscheinung: Er investierte zum Beispiel in die angeschlagene US-Handelskette Kmart, um anschließend mit dem nötigen Nachdruck eine Sanierung zu forcieren.

Ein Einstieg von Hedgefonds bei solchen "Turnaround"-Kandidaten führt meist zu einem kräftigen Anstieg des Börsenkurses: Anleger trauen Hedgefondsmanagern offenbar eher zu, auch mal mit unkonventionellen Methoden die Bilanzen eines Unternehmens wieder zu verbessern oder, wie im Fall Deutsche Börse, für frischen Wind zu sorgen ...

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Rauswurf: Was Werner Seifert widerfuhr, gehört ebenfalls zu den eher selten angewandten Spielvarianten eines Hedgefonds. Christopher Hohn, Manager des britischen Hedgefonds "The Children's Investment Fund" (TCI), hatte sich über Beteiligungen und strategische Allianzen eine Machtposition innerhalb der Deutschen Börse gesichert. Er beendete als Oppositionsführer nicht nur den Versuch der Deutschen Börse, die London Stock Exchange zu übernehmen, sondern erzwang auch die Ablösung von Börsenchef Seifert. Dass TCI viel Geld damit verdient hat, weil der Übernahmeversuch gestoppt wurde und die Deutsche Börse stattdessen viel Geld an die Aktionäre ausschüttete, geriet fast zur Nebensache: Seit dem "Fall Deutsche Börse" diskutieren viele Unternehmenslenker in Deutschland darüber, wie sie sich vor derlei aggressiven Investoren schützen können.

Rauswurf: Was Werner Seifert widerfuhr, gehört ebenfalls zu den eher selten angewandten Spielvarianten eines Hedgefonds. Christopher Hohn, Manager des britischen Hedgefonds "The Children's Investment Fund" (TCI), hatte sich über Beteiligungen und strategische Allianzen eine Machtposition innerhalb der Deutschen Börse gesichert. Er beendete als Oppositionsführer nicht nur den Versuch der Deutschen Börse, die London Stock Exchange zu übernehmen, sondern erzwang auch die Ablösung von Börsenchef Seifert.

Dass TCI viel Geld damit verdient hat, weil der Übernahmeversuch gestoppt wurde und die Deutsche Börse stattdessen viel Geld an die Aktionäre ausschüttete, geriet fast zur Nebensache: Seit dem "Fall Deutsche Börse" diskutieren viele Unternehmenslenker in Deutschland darüber, wie sie sich vor derlei aggressiven Investoren schützen können.

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