IWKA Wyser-Pratte will Hubbert entlassen

Nachdem es Finanzinvestoren beim Dax-Konzern Deutsche Börse gelang, die Chefs von Vorstand und Aufsichtsrat zu entlassen, versucht eine Gruppe um Investor Guy Wyser-Pratte nun dasselbe beim MDax-Unternehmen IWKA. Das Ringen um den Maschinenbaukonzern gerät damit in eine entscheidende Phase.

Stuttgart - Der US-Großinvestor Guy Wyser-Pratte hat sich professionellen Beistand für den geplanten Sturz von Vorständen und Aufsichtsräten des Karlsruher Anlagenbauers IWKA  geholt und erhöht damit den Druck auf das Management.

"Die Managementgesellschaft Wyser-Pratte hat MacKenzie Partners mit der Stimmengewinnung von IWKA-Aktionären für die Jahreshauptversammlung am 3. Juni beauftragt", teilte der Investor am Dienstag in New York mit.

Auf dem Aktionärstreffen will Wyser-Pratte mit mehreren Gegenanträgen den zweiten Anlauf nehmen, um dem Vorstand um Hans Fahr das Vertrauen entziehen zu lassen. Nach dem Willen des mit 6,3 Prozent bei IWKA beteiligten Investors sollen auch zwei der zwölf Aufsichtsräte, gehen: Auf Wyser-Prattes Streichliste steht Ex-Mercedes-Chef Jürgen Hubbert, der auch einige AR-Posten in Tochterunternehmen von DaimlerChrysler  hält, ganz oben.

Abwahl-Auftrag an Dienstleister MacKenzie

DaimlerChrysler ist einer der größten Kunden des Maschinenbau-Spezialisten, und Hubbert gehe es bei der Wahrnehmung seines Mandats in dem IWKA-Kontrollgremium zu sehr um niedrige Produktpreise für DaimlerChrysler, hatte Wyser-Pratte in der vergangenen Woche moniert.

Auch der AR-Chef bei IWKA, der frühere Vorstandschef bei Buderus , Reinhard Engel, soll gehen. "Der Aufsichtsrat erfüllt seine treuhänderischen Pflichten nicht in angemessener Weise. Er wird durch inhärente Interessenkonflikte auf Grund seiner Beziehungen zu Großkunden und Banken daran gehindert", heißt es in der Pressemitteilung von Wyser-Pratte & Co., Inc.

Die in New York ansässige Beratungsfirma MacKenzie Partners hat sich unter anderem auf die Betreuung von Unternehmenskunden in Fusionsfragen sowie als Dienstleister für Hauptversammlungen spezialisiert.

Welche Rolle spielen die neuen Investoren?

Welche Rolle spielen die neuen Investoren?

Im vergangenen Jahr waren Wyser-Pratte und andere kritische Großaktionäre wie die britischen Fondsverwalter Threadneedle und Hermes noch mit ihren Forderungen nach einer Konzentration der IWKA auf die Robotertechnik an der Stimmenmehrheit der Aktionäre gescheitert.

Anfang Mai hat sich jedoch die US-Investmentgruppe K Capital Partners als neuer Großaktionär mit 5,3 Prozent des Kapitals zu Wort gemeldet und dafür plädiert, den Unternehmenswert durch einen Konzernumbau zu steigern. Seit der Hauptversammlung 2004 haben auch die US-Investmentgruppe Capital Group (4,8 Prozent) und der britische Vermögensverwalter Schroders (5,05 Prozent) größere Aktienpakete an IWKA gemeldet, ohne sich zu ihren Absichten zu äußern.

Wyser-Pratte hat bislang Auskunft darüber abgelehnt, ob er Absprachen bei der Ausübung der Stimmrechte mit K Capital treffen wolle. Die Chancen auf eine erfolgreiche Machtprobe bei IWKA sieht er jedoch durch den Einstieg des neuen Großinvestors gestiegen: "Die Dinge entwickeln sich immer besser", sagte der US-Investor der Nachrichtenagentur Reuters.

LBBW unterstützt das amtierende Management

Wyser-Pratte war früher beim Anlagenbauer Babcock-Borsig engagiert und hatte in Folge der Insolvenz Geld verloren. Die Führung des Traditionskonzerns Rheinmetall  wollte er zum Verkauf der Rüstungstechnik drängen und hatte sich später mit Gewinn von seinem Anteil getrennt. Auch beim im TecDax notierten Büdelsdorfer Mobilfunkkonzern Mobilcom  war Wyser-Pratte zeitweise engagiert.

Der seit langem von Wyser-Pratte wegen der Renditeschwäche des Automobilzulieferers kritisierte IWKA-Vorstandschef Fahr kann dagegen auf Unterstützung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und deren 5,11-Prozent-Anteil zählen. Fahr will mit dem Ausbau der bisher margenschwachen Sparte Verpackungstechnik die Abhängigkeit von der Automobilbranche verringern.

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