Tui Stolzes Gewinnziel, doch Streit um Billigflieger

Europas größter Reisekonzern will den operativen Gewinn in der Touristiksparte bis 2008 auf 700 Millionen Euro nahezu verdoppeln. 34 neue Hotels sind geplant. Tui-Chef Michael Frenzel muss sich auf der Hauptversammlung dennoch Kritik von Aktionären anhören, die eine Trennung vom Billigflieger HLX fordern.

Düsseldorf - Um die angestrebte Verdoppelung des Gewinns zu erreichen, will Frenzel mit einem Sparprogramm die Kosten um 150 Millionen Euro senken. Erst am Dienstag hatte Tui  über einen Anstieg der Sommerbuchungen um fast 20 Prozent berichtet.

"Bis 2008 streben wir auf der Basis von 2004 eine annähernde Verdoppelung des Ergebnisses in der Touristik auf rund 700 Millionen Euro vor Steuern und Abschreibungen an", sagte Frenzel.

Im Zentrum des Ertragssteigerungsprogramms stünden die Senkung der Kosten und eine Steigerung der Effizienz. Frenzel schränkte ein, dass sein Gewinnziel von einer konstant positiven Entwicklung des Marktumfeldes und weiterem moderaten Marktwachstum abhängig sei. Laut Frenzel wurden bereits Kosteneinsparungen von rund 500 Millionen Euro seit 2001 erzielt. In den nächsten Jahren sollen allein durch Kostensenkung und effizientere Produktion weitere 150 Millionen Euro folgen. Dazu seien in Deutschland und Großbritannien bereits entsprechende Programme aufgelegt worden. Frenzel nannte auch die Optimierung der Vertriebskosten als Sparquelle.

Deutsche reisen wieder mehr

Der TUI-Chef kündigte außerdem die Eröffnung von 34 neuen Hotels mit 19.000 Betten bis 2006 an. Auch der Internet-Vertrieb werde ausgebaut. Frenzel bat die Aktionäre außerdem um Zustimmung zur Umwandlung der Inhaberaktien in Namensaktien. Die Dividende solle unverändert bei 77 Cent bleiben.

Alle Mundwinkel zeigen diesmal nach oben: Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow (l.) und Vorstandschef Michael Frenzel

Alle Mundwinkel zeigen diesmal nach oben: Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow (l.) und Vorstandschef Michael Frenzel

Foto: DDP
Alles sitzt und Frenzel spricht: TUI-Hauptversammlung in Hannover

Alles sitzt und Frenzel spricht: TUI-Hauptversammlung in Hannover

Foto: DPA
Krawatte, Hintergrund, alles urlaushimmelblau: Tui-Chef Frenzel in Hannover

Krawatte, Hintergrund, alles urlaushimmelblau: Tui-Chef Frenzel in Hannover

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Proteste gegen "harte Enschnitte für Arbeitnehmer": Verdi-Mitglieder vor der Versammlungshalle in Hannover

Proteste gegen "harte Enschnitte für Arbeitnehmer": Verdi-Mitglieder vor der Versammlungshalle in Hannover

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Drinnen freundlich, draußen grimmig
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Am Dienstag hatte Frenzel bereits starke Wachstumszahlen für das laufende Jahr vorgelegt. Für den Sommer haben demnach bisher fast 20 Prozent mehr Urlauber beim TUI-Konzern gebucht als im vergangenen Jahr um diese Zeit. Der gebuchte Umsatz liegt konzernweit 10,8 Prozent höher.

Vor allem in Deutschland (plus 10,3 Prozent Umsatz) und Frankreich (plus 14,3 Prozent) laufen die Geschäfte inzwischen wieder besser.

Kritik an Billigfliegern

TUI hält einen zweistelligen Gewinnanstieg in der Touristik im Gesamtjahr für möglich und muss möglicherweise Kapazitäten für den Sommer nachkaufen.

Dennoch gibt es auch Kritik an der Tui-Strategie. Wie das "Handelsblatt" schreibt, wird der Fondsmanager Michael Gierse von der Union-Investment-Gruppe, die nach eigenen Angaben über acht Millionen Aktien im Wert von 150 Millionen Euro hält, von Europas größtem Reisekonzern die Aufgabe des Billigfluggeschäftes fordern. Die konzerneigenen Airlines Hapag-Lloyd-Express (HLX) und Thomsonfly in Großbritannien seien "auf Dauer ein Zuschussgeschäft", sagte Gierse.

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