Donnerstag, 20. Juni 2019

Gasgeschäft Auch RWE buhlt um Gazprom

Neuer Höhepunkt im Wettstreit um russisches Gas: Auch der Energiekonzern RWE will in die Gasproduktion einsteigen - und sich dafür in Russland "substanziell engagieren". Im Buhlen um die Gunst des Monopolisten Gazprom bekommen die deutschen Konzerne BASF und Eon damit einen weiteren Konkurrenten.

Essen - Der Energiekonzern RWE Börsen-Chart zeigen will den Konkurrenten Eon Börsen-Chart zeigen und BASF Börsen-Chart zeigen im Wettrennen um russisches Gas Paroli bieten. "Wir wollen uns gemeinsam mit Gazprom Börsen-Chart zeigen substanziell engagieren", sagte Vorstandschef Harry Roels im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). RWE sei wie seine beiden Wettbewerber an einem Einstieg in die Gasproduktion interessiert und wolle dafür die Rolle seiner Öl- und Gasfördertochter RWE Dea im Konzern stärken.

Buhlen um Gazprom: Auch RWE will in die russische Gasproduktion einsteigen
Mit Roels' Kampfansage verschärft sich der Wettbewerb deutscher Energieunternehmen um die Gunst des russischen Gasmonopolisten. Bislang lieferten sich bereits Eon und BASF eine harte Auseinandersetzung um lukrative Projekte in Russland. Vor drei Wochen erreichte der Wettstreit einen vorläufigen Höhepunkt, als die BASF und ihre Öl- und Gastochter Wintershall mit Gazprom eine breit angelegte Kooperation vereinbarten. Kernstück ist die Beteiligung an einem Gasfeld in Westsibirien, das der russische Branchenriese eigentlich E.ON angeboten hatte.

Nach bislang eher vagen Absichtserklärungen geht RWE jetzt in die Offensive. "Wir haben einiges zu bieten - etwa Kunden, die mehr Gas benötigen", sagte Roels. RWE sei in europäischen Märkten aktiv, in denen Gazprom wachsen wolle. Neben einer Kooperation in den Bereichen Produktion, Leitungsbau und Transport würden die beiden Konzerne auch über eine Zusammenarbeit im Vertrieb sprechen. "Wer im Gasgeschäft wachsen will, kommt an Gazprom nicht vorbei", sagte Roels. Der russische Konzern ist der größte Gasproduzent der Welt.

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