Mobilcom France Telecom will offenbar verkaufen

Großaktionär France Telecom versucht derzeit laut Medienberichten, sein Mobilcom-Aktienpaket zu verkaufen. Offenbar wird mit einem strategischen Investor verhandelt. Zuvor hatte sich Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid auf der Hauptversammlung mit dem Antrag durchgesetzt, France Telecom zu verklagen.

München - Nachdem eine Haltefrist abgelaufen ist, können die Franzosen ihr Paket von 18,6 Millionen Aktien (28,3 Prozent) theoretisch über die Börse verkaufen. Das ist bisher scheinbar nicht passiert, da keine größeren Umsätze verbucht wurden. Unter Berufung auf Bankenkreise berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagsausgabe), dass es France Telecom vielmehr bevorzuge, das Paket an einen oder auch mehrere Investoren weiterzureichen.

Dem Vernehmen nach standen laut "SZ" Verhandlungen bereits einige Male kurz vor dem Abschluss, sind aber in letzter Minute doch geplatzt. Ob unterschiedliche Preisvorstellungen eine Rolle gespielt haben, war nicht zu erfahren.

France Telecom will sich nahezu komplett bei Mobilcom zurückziehen und lediglich 1 Prozent der Aktien behalten, um eigene Interessen wahren zu können. Nach derzeitigen Kursen von rund 15 Euro pro Mobilcom-Aktie wäre das zum Verkauf stehende Paket 268 Millionen Euro wert. Bei ihrem Einstieg vor fünf Jahren hatten die Franzosen umgerechnet 100 Euro für eine Aktie bezahlt.

Die Aktien des Großaktionärs sind erst seit Herbst 2004 zum Börsenhandel zugelassen. France Telecom hatte sich dabei verpflichten müssen, in den sechs Monaten nach der Zulassung keine Aktien über die Börse zu verkaufen.

Die Opponenten: Nicht nur Firmengründer Gerhard Schmid, Rechtsanwalt Wolfgang Kubicki und Schmids Ehefrau Sibylle Schmid-Sindram könnten Mobilcom-Vorstand Thorsten Grenz Ärger bereiten

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Für eine schnelle Fusion: Der Mobilcom-Vorstandsvorsitzende Thorsten Grenz wirbt für die Verschmelzung mit Freenet

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Bewegte Hauptversammlung: Auch dieser Mobilcom-Aktionär macht in Berlin seinem Ärger Luft

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Mahnung an die Aktionäre: Thorsten Grenz und Aufsichtsratschef Dieter Vogel warnen vor einer Klage gegen France Telecom

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Viel Ärger auf der Hauptversammlung
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Mobilcom lehnte am Freitag eine Stellungnahme ab, berichtet die Zeitung weiter. Das sei allein Sache des Großaktionärs, zitiert sie einen Sprecher. Ob Vorstandsvorsitzender Thorsten Grenz oder der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Vogel von sich aus nach einem möglichen Käufer suchten, wollte Mobilcom ebenfalls nicht kommentieren.

Schadenersatzklage gegen France Telecom geplant

Nach Einschätzung von Unternehmensbeobachtern dürften beide ein Interesse daran haben, dass die Franzosen an einen strategischen Partner verkaufen, der den Kurs des Managements unterstützt.

Gegen den Großaktionär France Telecom planen Mobilcom-Kleinanleger eine milliardenschwere Schadensersatzklage. Das beschloss die Hauptversammlung nach turbulenter Sitzung in Berlin. Damit wurden die Interessen von Gründer und Ex-Großaktionär Gerhard Schmid gegen das Votum von Vorstand und Aufsichtsrat durchgesetzt.