Rückzug Obi verkauft Märkte in China

Obi macht eine Kehrtwende. Kingfisher, britischer Konkurrent der deutschen Baumarkt-Kette, übernimmt 18 Filialen der Marke mit dem orangefarbenen Biber in China. In dem Paket sind auch Märkte enthalten, die erst in diesem Jahr eröffnet werden sollten.

Wermelskirchen - Die deutsche Baumarktgigant Obi hat das Interesse an China verloren. Die Heimwerkerkette verkauft ihre Dependancen in der Volksrepublik und will sich künftig auf andere Märkte konzentrieren.

Wie Obi erklärte, wird die britische Baumarktkette Kingfisher  das China-Geschäft übernehmen. Demnach wechseln 13 bereits eröffnete Filialen den Besitzer. Auch fünf weitere Märkte, die 2005 eröffnet werden, gehen an die Briten. Die chinesische Regierung müsse den Verkauf noch genehmigen. Die Transaktion soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Obi war seit 2000 in der Volksrepublik aktiv. Das Land gilt angesichts der rasant wachsenden Wirtschaft als potenzieller Boommarkt. Obi begründete den Rückzug mit der verstärkten Konzentration auf die europäischen Märkte. "Vor allem Russland, Polen, Tschechien, Italien und die Schweiz werden zukünftig als potenzielle Wachstumsmärkte eine zentrale Rolle in der Expansionspolitik spielen", erklärte Obi-Chef Sergio Giroldi.

Verkauf an den Marktführer in China

Obi bezeichnet sich selbst als viertgrößter Baumarktbetreiber der Welt und beschäftigt rund 29.300 Mitarbeiter. Insgesamt erzielten die Märkte 2004 einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro. Über das Umsatzvolumen der Obi-Märkte in China machten die Unternehmen ebenso wie zum Kaufpreis keine Angaben.

Die nach eigenen Angaben größte europäische Baumarktkette Kingfisher betreibt derzeit in China 22 Märkte. In den kommenden zwölf Monaten soll ihre Zahl inklusive der 18 übernommenen Märkte auf mehr als 50 wachsen. Kingfisher bezeichnet sich selbst als Marktführer in China.