Immobilien IVG bietet für insolvente Agiv

Europas größter Immobilienkonzern IVG will offenbar die Mehrheit am insolventen Hamburger Wettbewerber Agiv Real Estate und an dessen Tochtergesellschaft Deutsche Real Estate (Dreag) übernehmen. Die notwendigen Schritte sollen schon bald erfolgen.

Bonn - Spätestens Anfang Juni solle "ein abschlussfähiges Angebot" vorlegen, nachdem eine Werthaltigkeitsprüfung erfolgt sei, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf ein Schreiben der IVG.

In den Bankenkreisen wurde die Meldung als korrekt bezeichnet. Die im MDax  notierte IVG will sich dem Bericht zufolge im ersten Schritt an der Agiv Holding  und Deutscher Real Estate mit jeweils 90 Prozent beteiligen. In einem zweiten Schritt wollen die Bonner dann die Agiv-Holding auf die Dreag verschmelzen, heißt es laut Zeitung in dem Angebotsschreiben.

Schluckt die IVG die Agiv-Gruppe, würde der Bonner Konzern nach Angaben der Zeitung auf einen Schlag sein Immobilienvermögen um rund 400 bis 500 Millionen Euro auf rund 3,6 bis 3,7 Milliarden Euro aufstocken. Die Gesellschaft habe sich vor allem auf Gewerbe- und Logistikimmobilien konzentriert und 2004 das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 202,6 Millionen Euro nach 130 Millionen Euro im Vorjahr gesteigert.

"Bereitschaft, Kapital zu geben"

Im Februar wurde ein Insolvenzverfahren über die Agiv eröffnet. Damals hatte das Unternehmen mitgeteilt, einige Investoren hätten die Bereitschaft gezeigt, "das Unternehmen für einen Neubeginn wieder mit ausreichend Kapital auszustatten". Der Vorstand hatte Ende 2004 wegen drohender Überschuldung und Zahlungsungfähigkeit Antrag auf Insolvenz gestellt.

Bei der in Hamburg ansässigen Agiv sind 53 Prozent der Aktien in Streubesitz. Der Energiekonzern EnBW  hält 14,2 Prozent, zwei Pakete in ähnlicher Höhe sind im Besitz zweier Familien, und 7 Prozent hat die Beteiligungsgesellschaft WCM .

Die Sprecher beider Unternehmen lehnten jegliche Stellungnahmen ab. "Wir prüfen ständig Portfolios, über konkrete Vorgänge sprechen wir nicht", sagte IVG-Pressesprecher Thomas Rücker.