Autos aus China Auch Chery will nach Europa

Der chinesische Autohersteller Chery will einem Zeitungsbericht zufolge bereits 2007 und damit früher als erwartet auf dem europäischen Markt starten. Die Autos dafür sollen zumindest teilweise in Europa gebaut werden.

Hamburg - Dabei gehe es nicht nur um den Aufbau eines Händlernetzes, sagte Lin Huaibin, Marktanalyst des Autoherstellers der "Financial Times Deutschland". "Wir planen eine Fahrzeugmontage in Europa, die ebenfalls 2007 in Betrieb gehen soll." Damit ist Chery der erste chinesische Autohersteller, der eine Produktion außerhalb Chinas plant.

Seit 2002 bietet das Unternehmen seine Kleinwagen in Überseemärkten an. Zunächst waren die Modelle jedoch nur in Südamerika, Asien und Afrika erhältlich. In diesem Jahr will Chery laut Lin jedoch mit einem neuen, größeren Modell in den USA starten.

Zwei Jahre später sei der Markteintritt in Europa geplant: "Wir reden bereits mit möglichen Partnern über den Vertrieb", sagte der Chery-Manager der Zeitung. Dabei wolle Chery mit Händlergruppen und privaten Importeuren zusammenarbeiten.

Angriff vom Kopiermeister

Zudem suche das Unternehmen einen Produktionsstandort in Mittel- oder Osteuropa. "Wir testen zurzeit mehrere mögliche Standorte in Ländern wie Polen, Tschechien, Rumänien", sagte Lin. Die europäischen Sicherheits- und Umweltstandards würden die neuen Autos erfüllen. "Unsere neue Motorengeneration ist Euro-4 fähig." Das ist die derzeit strengste europäische Abgasnorm.

Pikant ist das Chery-Engagement unter anderem deshalb, weil der chinesische Hersteller bisher durch technisch veraltete, optisch aber geschickt nachgezeichnete Kopien europäischer Automodelle aufgefallen war. VW hatte weitgehend vergeblich versucht, sich gegen eine Jetta-Kopie zu wehren.

Auf der Leipziger Automesse AMI hatte der chinesische Autohersteller Brilliance ein Auto gezeigt, dass unter dem Namen Zonghua auf den europäischen Markt kommen soll. Dabei hatte Brilliance ehrgeizige Absatzzahlen bekannt gegeben. Experten äußerten allerdings den Verdacht, dass der Hersteller in erster Linie verzweifelt nach einem Ausweg aus Absatzkrise und Überkapazitäten in China sucht.