BASF Deutsch-russische Gas-Connection

Die BASF-Tochter Wintershall wird zusammen mit dem weltgrößten Gasproduzenten Gazprom ein neues Feld in Westsibirien erschließen. Gasprom bekommt im Gegenzug eine Beteiligung an dem Pipeline-Netz in Deutschland.

Hannover - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF  und Gazprom haben am Montag auf der Hannover Messe ein Abkommen unterzeichnet, dass die Zusammenarbeit entlang der gesamten Gas-Wertschöpfungskette von der Exploration bis zum Vertrieb verbessere, sagte eine Sprecherin der Öl- und Gasfördertochter Wintershall am Montag.

Die Entwicklung des sibirischen Gasfeldes Yushno Russkoje und der Bau der Ostseepipeline zusammen mit Gazprom erfordern nach Aussagen von BASF-Chef Jürgen Hambrecht Investitionen von insgesamt rund drei Milliarden Dollar.

Für das Gasfeld in Westsibirien rechne man mit Investitionen in Höhe von rund einer Milliarde Dollar, sagte Hambrecht. Bei der Ostseepipeline werde es auf rund zwei Milliarden Dollar hinauslaufen.

Das Grundsatzabkommen wurde im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geschlossen. Das Erdgasfeld Yushno Russkoje habe ein Volumen von etwa 500 Milliarden Kubikmeter, sagte Hambrecht.

Gasprom steigt ins deutsche Leitungsgeschäft ein

An dem Vorkommen werde Wintershall 50 Prozent minus eine Aktie halten. Darüber hinaus werde Gasprom seinen Anteil an dem mit Wintershall bestehenden Gemeinschaftsunternehmen Wingas aufstocken. Bislang hält Gazprom 35 Prozent, die BASF-Tochter 65 Prozent.

Gasprom beteiligt sich künftig mit 49 Prozent an Wintershall-Leitungen in Deutschland und wird auch am Versorgungsgeschäft teilhaben. Im Gegenzug bekommt Wintershall einen Anteil von 49 Prozent an einer geplanten nordeuropäischen Pipeline durch die Ostsee.

BASF und Gazprom sind beim Transport von Erdgas nach Westeuropa über das Gemeinschaftsunternehmen Wingas schon seit Anfang der 90er Jahre eng miteinander verbunden. Wingas beliefert regionale Ferngasgesellschaften, Stadtwerke, Kraftwerke und größere Industriekonzerne. Gazprom deckt etwa rund ein Viertel des europäischen und etwa ein Drittel des deutschen Erdgasbedarfs.

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