Leichter Rückgang 5,175 Millionen Arbeitslose im März

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland betrug im März 5,175 Millionen und ist damit im Vergleich zum Vormonat um rund 40.000 gesunken. Vor einem Jahr lag sie allerdings noch deutlich niedriger.

Nürnberg - Die Arbeitslosenquote sank demnach gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent.

Saisonbereinigt errechnet die Bundesagentur für Arbeit allerdings 4,967 Millionen Arbeitslose und damit ein Plus von 92.000 gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Anstieg von 70.000 gerechnet.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, führte die für die Jahreszeit unterdurchschnittliche Abnahme der Arbeitslosenzahl auf den lang anhaltenden Winter zurück.

In der ersten Monatshälfte sei es außergwöhnlich kalt gewesen, hieß es aus der Bundesagentur. Dies könne die Rechenmethode für die saisonbereinigten Zahlen nicht berücksichtigen, die sich nur auf die Jahreszeit, nicht aber auf die Witterung stütze.

Westdeutschland holt bei Arbeitslosigkeit auf

Darüber hinaus hätten die Effekte der Hartz-IV-Reform und die schwache Konjunktur den Rückgang der Arbeitslosigkeit im März gebremst, sagte Weise am Donnerstag in Nürnberg. Er räumte dabei ein, dass die schwache Konjunktur den Erfolg er Hartz-IV-Reform gefährde. Wenn die Wirtschaft weiterhin nicht genügend Arbeitsplätze bereitstelle, werde sich der durch Hartz IV gewünschte Reformeffekt in diesem Jahr nicht einstellen.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement interpretierte die neuen Zahlen dagegen als Trendwende. Noch in diesem Jahr werde die Zahl der Arbeitslosen unter die Fünf-Millionen-Marke fallen.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenzahl allerdings im abgelaufenen Monat noch einmal deutlich um etwa 628.000. Die Steigerung hat ihre Ursache offenbar stärker in West- als in Ostdeutschland. So stieg nach unbereinigten Zahlen die Arbeitslosenzahl im Osten um 103.000, im Westen um 525.000. Ostdeutschland hat damit nur etwa 16 Prozent zum Anstieg beigetragen, stellt aber gut 20 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Am Anstieg nach bereinigten Zahlen im Vergleich zum Vormonat hat ebenfalls der Osten einen unterdurchschnittlichen Anteil von etwa 18 Prozent. Hier entfallen nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit 17.000 von 92.000 zusätzlichen Arbeitslosen auf Ostdeutschland, während in Westdeutschland 75.000 neue Arbeitslose gemeldet wurden.