Samstag, 21. September 2019

Schering Angst vor Yasmins Klon

Starke Kursverluste bescherte dem Berliner Medikamentenhersteller die Nachricht, dass ein US-Generikahersteller eines von Scherings Hauptprodukten nachahmen und auf den Markt bringen will. Nun werden Gerichte klären müssen, wie gut behütet das Patent des Verhütungsmittels Yasmin ist.

Chicago/Berlin - Für den deutschen Pharmakonzern Schering Börsen-Chart zeigen ist die Verhütungspille Yasmin eines der wichtigsten Produkte. Nun aber ist der Umsatzgarant gefährdet: Der US-Pharmakonzern Barr Pharmaceuticals Börsen-Chart zeigen will ein billigeres Nachahmerprodukt auf den Markt werfen.

Schering-Angestellte in Berlin: Hält der Patentschutz?
Barr habe den Zulassungsantrag für ein Nachahmermedikament von Yasmin in den USA bereits im Januar gestellt, teilte der US-Konzern gestern Abend mit. Schering bekräftigte, der Konzern werde das Patent verteidigen und dazu "alle rechtlichen Mittel ausschöpfen". Das umsatz- und profitstarke Verhütungsmittel war vergangenes Jahr mit einem Umsatz von 429 Millionen Euro der zweitgrößte Erlösbringer des deutschen Konzerns. Im Vergleich zu 2003 betrug das Umsatzplus von Yasmin 48 Prozent.

Schering hatte vor zwei Wochen bereits mitgeteilt, den Patentschutz für Yasmin verteidigen zu wollen. Ein so genanntes Formulierungspatent für das Medikament sei noch bis 2020 gültig.

Komplexe Struktur von Yasmin erschwert Generikum

Ein weiteres Patent für die Pille läuft nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde FDA 2013 aus. Mitte März war bekannt geworden, dass in den USA ein Zulassungsantrag für ein Yasmin-Generikum eingereicht worden war, weitere Details blieben damals aber offen. Schering-Aktien waren daraufhin um mehr als zwei Prozent abgesackt.

Das Verhütungsmittel ist nach Schering-Angaben mittlerweile in mehr als 70 Ländern erhältlich. In diesem Jahr erwarten die Berliner bei Yasmin ein "sehr überzeugendes" zweistelliges Umsatzwachstum. Das Präparat gilt bei Experten als technisch sehr anspruchsvoll und daher schwer zu kopieren.

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