Mittwoch, 16. Oktober 2019

Mercedes Cordes will hart durchgreifen

Die Vertriebsaffäre beim Autohersteller zieht immer weitere Kreise. Mercedes-Chef Eckhard Cordes kündigte in einem Interview mit manager magazin an, das Unternehmen werde "hart und kompromisslos" reagieren. Außerdem erläutert Cordes seinen Plan, das Mercedes-Ergebnis bis 2007 um drei Milliarden Euro zu verbessern.

Hamburg - Die Revision ermittle jetzt gegen mindestens zwei weitere Niederlassungsleiter, heißt es in Unternehmenskreisen. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (18. März) erscheint.

Eckhard Cordes: "Wir können die Situation drehen"
"Die Untersuchungen laufen noch. Bei den Fällen, die wir entdeckt haben, haben wir schnell und entschlossen agiert. Falls es nötig sein sollte, werden wir das auch weiter tun", sagte Mercedes-Chef Eckhard Cordes im Interview mit manager magazin.

Die von der Revision verdächtigten Niederlassungsleiter sollen Autohändler mit Mercedes-Pkw für den Graumarkt beliefert haben. Dafür hätten sie üppige Provisionen kassiert, heißt es in Unternehmenskreisen. Die betroffenen Niederlassungen befänden sich in Schwaben und in Ostdeutschland.

Personalabbau nicht ausgeschlossen

Cordes erläutert in dem Interview außerdem seinen Plan, das Mercedes-Ergebnis bis 2007 um drei Milliarden Euro zu verbessern. Dabei schloss er auch Personalabbau bei der wichtigsten Marke von DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen nicht aus. "Wir setzen jetzt das Programm auf, entwickeln es weiter und sehen dann, was wir brauchen", sagte der Mercedes-Chef. Der Personaleinsatz pro Auto müsse verringert werden.

Die im vergangenen Sommer mit dem Betriebsrat ausgehandelte Jobgarantie sei kein Hindernis für einen Personalabbau. Sie schließe nur "betriebsbedingte Kündigungen an den deutschen Standorten aus".

Cordes erteilte einem kompletten Verzicht auf den Kleinwagen Smart erneut eine Absage. Mercedes habe zwar mit Smart 2004 einen Verlust gemacht, der nicht tolerabel sei. "Aber ich bin zutiefst überzeugt, dass wir die Situation drehen können", sagte er. Das Aus für einzelne Modelle schloss er allerdings nicht aus.

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