Standort Deutsche Firmen investieren immer mehr im Ausland

Die Auslandsinvestitionen der deutschen Wirtschaft werden in diesem Jahr auf ein Rekordhoch steigen. Dies ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) bei 7500 Unternehmen. Viele Unternehmen, die vor allem in Osteuropa investieren, wollen gleichzeitig im Inland Stellen streichen.

Hamburg - Vier von sechs befragten Firmen wollen in diesem Jahr im Ausland investieren und dabei teilweise Produktionskapazitäten aus dem Inland verlagern. Die Planungen für Auslandsinvestitionen hätten 2005 den höchsten Stand aller bisherigen Befragungen erreicht, heißt es in der DIHK-Studie. Hervorgerufen werde das durch das weiter starke Wachstum der Weltwirtschaft, aber auch "durch Kostenlasten am heimischen Standort".

Einsparungen bei Löhnen und sonstigen Kosten waren für gut ein Drittel der Unternehmen wichtigstes Motiv für den Gang ins Ausland. Dies sind allerdings fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Erstmals seit 2001 wichtigste Triebfeder war wieder der Aufbau von Vertriebskanälen und Kundendienst. Hintergrund ist der boomende Export.

Hauptziele für deutsche Unternehmen sind im Jahr nach der EU-Erweiterung die neuen Mitglieder der Europäischen Union. An zweiter Stelle folgte China. Am stärksten ist der Drang ins Ausland bei klassischen Exportbranchen, darunter Autoindustrie, Elektronik, chemische Industrie, Medizin-, Mess-, Steuerungstechnik sowie Maschinenbau. Dort plant laut der Umfrage rund jedes zweite Unternehmen Investitionen im Ausland.

Jede vierte Firma plant Stellenabbau in Deutschland

Daneben ist die Größe entscheidender Faktor für den Blick über die Grenze: Bei den Unternehmen über 1000 Beschäftigten planen dieses Jahr 69 Prozent Investitionen im Ausland.

Die These, dass durch Investitionen im Ausland spürbar auch Jobs im Inland entstehen, lässt sich laut DIHK nicht belegen. Demnach wollen in diesem Jahr 13 Prozent der im Ausland engagierten Unternehmen in Deutschland neue Stellen schaffen, 60 Prozent planen keine Veränderung und 27 Prozent wollen hierzulande Arbeitsplätze abbauen. Die Umfrageergebnisse deuteten an, "dass mehr als jedes dritte Invesitionsprojekt im Ausland dazu führt, dass heimische Kapazitäten auf den Prüfstand kommen".