Montag, 18. November 2019

Mercedes-Sanierung Cordes' Krisenplan

Mercedes-Chef Eckhard Cordes hat vor dem Beginn des Automobilsalons in Genf seine Pläne für die Sanierung der Mercedes Car Group mit der Problemtochter Smart präzisiert. Für die gilt jetzt: Weitere Modelle haben keine Priorität.

Genf - DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen rechnet im laufenden Jahr mit einem steigenden Absatz von Mercedes-Benz-Pkw gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt gebe es von den Märkten 2005 zwar keinen Rückenwind, sagte der im Vorstand des Konzerns für die Mercedes Car Group (MCG) verantwortliche Eckhard Cordes am Dienstag zu Journalisten auf dem Genfer Automobilsalon. Mercedes plane auf Basis der Marktentwicklung, die neuen Modelle wie beispielsweise die B-Klasse sollten jedoch zu einem steigendem Absatz beitragen. Bisher hatte sich Cordes nicht zu den Absatzerwartungen seiner Sparte geäußert.

Rettungseinsätze für die Marke nötig: Smart als Feuerwehrauto
Im Zusammenhang mit dem auf der Bilanzpressekonferenz vor wenigen Wochen verkündeten Mobilisierungs- und Sparprogramm Core für Mercedes-Benz sagte Cordes, zurzeit werde daran gearbeitet, die Zahl der Gleichteile und Komponenten innerhalb der Modellpalette von Mercedes-Benz zu erhöhen. Sofern die Marke dabei nicht verwässert werde, wolle man dies auch auf Chrysler ausdehnen.

Smart ab 2007 USA-tauglich

Cordes legte sich darauf fest, das die Kleinwagentochter Smart bis 2007 profitabel gemacht werde. Er sei überzeugt, dass es genügend Erlös- und Kostenpotenziale gebe, um Smart aus der Verlustzone zu führen. Den Schwerpunkt sieht Cordes dabei im "absoluten Kostenmanagement" und in besserer Marktdurchdringung. Die Ausweitung des Produktportfolios stehe nicht im Vordergrund.

Cordes kündigte außerdem an, dass der Nachfolger des Zweisitzers fortwo USA-tauglich sein werde. Die zweite Generation des Kleinstwagens soll 2007 in Europa auf den Markt kommen. Es sei jedoch noch keine Entscheidung über eine Markteinführung in den USA gefallen, so Cordes. Die erste Generation des fortwo erfüllt bestimmte technische Voraussetzungen für den US-Markt nicht.

Gespräche über Kooperationen von Smart mit anderen Automobilherstellern würden zurzeit nicht geführt. Die Frage einer zusätzlichen Partnerschaft stelle sich nur mittel- bis langfristig, sagte Cordes. Kurzfristig stehe eher eine stärkere Verzahnung mit der Mercedes-Benz-Organisation im Vordergrund. Der Kleinwagenhersteller kooperiert beim viersitzigen forfour mit Mitsubishi. An dieser Partnerschaft werde festgehalten.

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