Donnerstag, 5. Dezember 2019

Dresdner Bank Der Präsident, die Stasi und der Banker

2. Teil: Türöffner für Bankgeschäfte im Osten

Türöffner für Bankgeschäfte im Osten

Warnigs angeblich "kameradschaftliche Beziehungen" zu Putin sollen sich für die Dresdner Bank laut "WSJ" aber erst richtig mit dessen Aufstieg zum Premierminister im Jahre 1999 ausgezahlt haben. Warnig sei der "Türöffner" für die Dresdner Bank gewesen, heißt es.

 Bernhard Walter: Der einstige Osteuropa-Vorstand und spätere Chef der Dresdner Bank schickte Warnig 1991 nach Russland
DPA
Bernhard Walter: Der einstige Osteuropa-Vorstand und spätere Chef der Dresdner Bank schickte Warnig 1991 nach Russland
Nachdem Putin Präsident geworden war, hat die Dresdner Bank vor allem im Zuge der Privatisierungen für die russische Regierung Öl- und Kohlekonzerne bewertet. 2003 hat die Investmenttochter Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) dann für den mehrheitlich staatlichen Gaskonzern Gazprom Börsen-Chart zeigen die zu diesem Zeitpunkt mit 1,75 Milliarden Dollar jemals größte Anleihe eines Unternehmens aus einem Schwellenland begeben.

Im vergangenen Sommer bekam DrKW dann vom russischen Justizministerium den Auftrag, die Yukos-Tochter Yuganskneftegaz im Zuge der Versteigerung des Unternehmens zu bewerten. Konkurrenten beklagen laut "WSJ", dass es keine faire Ausschreibung für den Auftrag gegeben habe. Gleiches gelte auch für die Betreuung des Mergers von Gazprom mit Rosneft. Ex-Vorstand Walter heftete im Gespräch mit manager-magazin.de die Verdienste um diese Akquisition aber nicht an Warnigs, sondern die eigene Brust. Er selbst habe einst die Kontakte zu Gazprom hergestellt und Warnig später dort eingeführt.

Die Russland-Deals sind aber nicht nur für die Dresdner Bank, sondern auch für Russland-Statthalter Matthias Warnig persönlich prestigeträchtig. Er soll demnächst in den Aufsichtsrat von Gazprom berufen werden.

Seite 2 von 2

© manager magazin 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung