Linde Massenhaft Wasserstofftankstellen

Linde-Chef Wolfgang Reitzle hat angekündigt, entlang der deutschen Autobahnen ein flächendeckendes Netz von Wasserstofftankstellen zu installieren. Die Kosten sollen erstaunlich gering sein. Gleichzeitig plant Linde offenbar eine petrochemische Fabrik in Bahrain.

Wiesbaden - Linde  will gemeinsam mit Autoherstellern und Mineralölindustrie ein Netz von Wasserstofftankstellen entlang deutscher Autobahnen aufbauen. "Der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur für den Verkehr ist überraschenderweise relativ günstig", sagte Vorstandschef Wolfgang Reitzle der Tageszeitung "Die Welt".

In einem ersten Schritt gehe es um Investitionen von lediglich rund 30 Millionen Euro. Damit könnten entlang einiger Hauptverkehrsrouten in Deutschland etwa alle 50 Kilometer eine Wasserstofftankstelle eingerichtet werden. "So eine Wasserstoff-Autobahn würde zunächst als Teststrecke dienen und könnte zu einem 'European Hydrogen Highway' ausgebaut werden", sagte Reitzle. "So holen wir mehr Wasserstoff-Autos auf die Straße und leisten damit gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung des Innovationsstandortes Deutschland."

Eine entsprechende Machbarkeitsstudie werde Linde am Donnerstag im Rahmen des "International Hydrogen Day" in Berlin vorstellen, kündigte Reitzle an. Der Anlagenbauer und Industriegase-Hersteller Linde gehört in der Wasserstoff-Technologie zu den weltweit führenden Anbietern.

1300 Stellen in der Kältetechnik gefährdet

An den zwei deutschen Standorten der Linde Kältetechnik sind einem weiteren Zeitungsbericht zufolge 1300 Arbeitsplätze gefährdet. Der Linde-Konzern hatte das Unternehmen erst im Oktober 2004 an die amerikanischen Carrier Corporation verkauft, ein Tochtergesellschaft des Mischkonzerns United Technologies.

Linde Kältetechnik beschäftigt insgesamt 2500 Mitarbeiter. Damit könnte jeder zweite Arbeitsplatz durch Verlagerungen ins Ausland wegfallen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Betroffen ist den Angaben zufolge die Produktion von Kühlregalen für Supermärkte in Wiesbaden-Kostheim sowie die Fertigung von Kühlaggregaten in Köln.

Die Zeitung beruft sich auf Angaben von Hajo Rübsam, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Wiesbaden und Aufsichtsratsmitglied der Linde Kältetechnik. Allein in Kostheim seien 800 Mitarbeiter von einem geplanten Restrukturierungsprogramm betroffen, schreibt das Blatt. Im Kölner Werk drohe der Verlust von mehr als 200 Arbeitsplätzen. Hinzu komme ein geplanter Abbau von rund 300 Arbeitsplätzen im Vertrieb und Service.

Gerüchte über petrochemische Fabrik

Kreise: Petrochemische Fabrik in Bahrain geplant

Nach Angaben aus Branchenkreisen wird Linde eine petrochemische Fabrik im Golfstaat Bahrain errichten. Der Bau werde in Zusammenarbeit mit einem lokalen Investor durchgeführt, verlautete am Mittwoch aus den Kreisen. Das Projekt habe ein Volumen in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar. Bundeskanzler Gerhard Schröder will in der kommenden Woche in die Golf-Region reisen. Dabei könnte das Projekt offiziell bekannt geben werden, hieß es.

Linde-Aktien  sind am Mittwoch an die Spitze des Dax geklettert. Gegen 12.40 Uhr stiegen die Papiere um 0,86 Prozent auf 51,54 Euro, während der Index verlor. Ein Analyst sagte: "Nächste Woche stehen Unternehmenszahlen an. Vermutlich wollen sich einige Investoren bereits jetzt positionieren." Möglich ist auch, dass für das Kursplus Rückkäufe verantwortlich sind, nachdem der Kurs der Aktie gestern deutlich gefallen war.

Die Nachricht über das geplante Netz von Wasserstoff-Tankstellen sei für das Kursplus nicht verantwortlich, sagte der Analyst. "Wasserstoff ist ein interessantes Zukunftsprojekt, davon kann Linde aber kurzfristig nicht profitieren". Der "FAZ"-Bericht, demzufolge bei Linde Kältetechnik 1300 Arbeitsplätze gefährdet seien, spiele auch keine Rolle, denn Linde habe die Kältetechnik verkauft, sagte ein Händler.

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