Umtauschanleihe Japaner sind wild auf Post-Aktien

Die Strategie der staatlichen Förderbank KfW, ehemaligen Bundesbesitz wie Post- und Telekomaktien weltweit zu streuen, stößt auf Gegenliebe. Auf Grund der großen Nachfrage erhöht die KfW ihre "Uridashi"-Umtauschanleihe auf 1,1 Milliarden Euro: Viele Japaner trauen der Post-Aktie offenbar deutliche Kurssteigerungen zu.

Frankfurt am Main - Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat das Volumen ihrer so genannten Uridashi-Umtauschanleihe auf Aktien der Deutschen Post  von zuvor 500 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro erhöht. Dies sei auf Grund der großen Nachfrage japanischer Privatanleger erfolgt, erläuterte die KfW am Montag am Rande ihrer Jahrespressekonferenz.

Mit der Anleihe erwerben die Investoren das Recht, Aktien der deutschen Post innerhalb der Laufzeit von fünf Jahren zu einem Preis von 19,38 Euro zu kaufen. Ein Umtausch der Anleihe mit einem Kupon von 0,5 Prozent wird also attraktiv, wenn der Kurs der Deutschen-Post-Aktie über 19,38 Euro steigt.

Sollten alle Investoren beide derzeit ausstehenden Umtauschanleihen in Post-Aktien tauschen, verringert sich laut KfW der Anteil von Bund und KfW auf 46 Prozent. Derzeit halten Bund und KfW rund 7,3 bzw 48,8 Prozent an der deutschen Post.

Japan "guter Markt für deutsche Aktien"

Die sogenannte "Uridashi-Anleihe" sei die erste Umtauschanleihe, die von einem nicht-japanischen Emittenten in Fremdwährung angeboten werde, hatte die KfW vor zwei Wochen mitgeteilt.

Mit der mit Post-Aktien unterlegten Umtauschanleihe richte man sich vor allem an japanische Privatanleger, erläuterte ein Sprecher der KfW. Gleichzeitig verfolge man den Ansatz weiter, bei der Platzierung von Post- und Telekomaktien unterschiedliche Marktsegmente zu bedienen und die Aktienbestände global zu streuen. Erstmals werde nun mit der Uridashi-Anleihe in Japan gezielt ein bestimmter Regionalmarkt angesprochen.

Japan sei für die bundeseigene Kreditanstalt zudem ein interessanter Absatzmarkt. Der japanische Markt biete erstens eine hohe Liquidität, und zweitens zeigten japanische Retail-Anleger ein hohes Interesse an deutschen Aktien, so der KfW-Sprecher.