Auto 5000 Durchbruch für Volkswagen-Jobmodell

Die IG Metall gibt ihren Widerstand gegen eine Ausweitung des Beschäftigungsmodells "Auto 5000" auf. Nach dem Touran sollen nun weitere Modelle nach diesem Prinzip gefertigt werden: Für den VW-Konzern bedeutet das mehr Flexibilität und geringere Kosten, für das Werk Wolfsburg eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Hannover - "Wir prüfen, ob wir nicht bestimmte Elemente aus dem Modell zum Beispiel für die Produktion des 'kleinen Touareg' im VW-Werk in Wolfsburg übernehmen können", sagte der Leiter des IG-Metall-Bezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Hartmut Meine, der "Financial Times Deutschland". "Die flachen Hierarchien, die gelebte Teamarbeit" nannte Meine als Beispiel.

Im VW-Werk in Wolfsburg fertigen 3.500 Beschäftigte den Kompaktvan Touran nach dem Model "Auto 5.000". Weitere 1.500 sollen später im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover den Microbus auf Basis des Transporters T5 bauen.

Im Gegensatz zu den anderen Beschäftigten bei Volkswagen  werden die "Auto 5000" Mitarbeiter nicht nach nach Arbeitsstunden bezahlt, sondern müssen zuvor vereinbarte Produktions- und Qualitätsvorgaben erfüllen. Die dafür nötige Arbeitszeit kann bis zu 42 Stunden dauern. Zudem werden Aus- und Weiterbildungszeiten nur zur Hälfte bezahlt.

Keine festen Stundenlöhne, Mehrarbeit möglich

Das "Modell Auto 5000" wurde im Frühjahr 2000 gegen den zunächst erbitterten Widerstand der IG Metall eingeführt. Die Gewerkschaft befürchtete eine generelle Verlängerung der Arbeitszeiten und stimmte nur zu, weil nach dem VW Modell vor allem Arbeitslose eingestellt wurden (5000 mal 5000: 5000 Arbeitslose bekamen einen Job für damals 5000 Mark pro Monat).

Bisher hatte sich die IG Metall stets geweigert, das Modell, für das es bisher keine Nachahmer gibt, auf andere Unternehmensteile von VW auszuweiten. "Die Begleitforschung hat klar gezeigt, dass die Beschäftigten bei Auto 5.000 im Durchschnitt auch nur rund 35 Stunden pro Woche arbeiten", verteidigte Meine den Stimmungsumschwung der Gewerkschafter.