Fuso-Schadenersatz 522 Millionen Euro für DaimlerChrysler

Der Anteil von DaimlerChrysler an dem angeschlagenen japanischen LkW-Hersteller Mitsubishi Fuso könnte auf 85 Prozent steigen. Mitsubishi will nämlich die Stuttgarter für den Rückrufskandal zu einem Großteil mit Fuso-Aktien entschädigen.

Tokio - Der Auto- und Nutzfahrzeughersteller DaimlerChrysler  erhält einem japanischen Pressebericht zufolge wegen des Rückrufskandals beim übernommenen Nutzfahrzeughersteller Fuso eine Entschädigung 70 Milliarden Yen (rund 522 Millionen Euro) von Mitsubishi Motors (MMC). Dies schreibt die Zeitung "Nihon Keizai Shimbun" am Wochenende unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Ein Sprecher bestätigte am Sonntag lediglich die Gespräche über Schadensersatzzahlungen. Über deren mögliche Höhe gab der Sprecher keine Auskunft.

Rund 20 Milliarden Yen (rund 150 Millionen Euro) sollen dabei in bar bezahlt werden. Den Rest wolle MMC in Fuso-Aktien bezahlen. Mitsubishi Motors hält derzeit noch 20 Prozent an Fuso.

Durch die Entschädigungszahlung in Aktien könnte der DaimlerChrysler-Anteil an dem japanischen Nutzfahrzeughersteller nach Darstellung der Zeitung somit von 65 auf 85 Prozent steigen. Knapp 10 Prozent der Fuso-Anteile liegen bei anderen Unternehmen des Mitsubishi-Konglomerats. 5,1 Prozent sind im Eigentum anderer Unternehmen.

Der im Januar 2003 von MMC abgetrennte Nutzfahrzeughersteller Fuso hatte nach dem Rückruf von 525.000 Fahrzeugen mit erheblichen Problemen zu kämpfen und belastete DaimlerChrysler bislang mit 470 Millionen Euro. DaimlerChrysler hatte seinen Anteil an Fuso im vergangenen Jahr für 52 Milliarden Yen auf 65 von zuvor 43 Prozent erhöht.

Kurz danach stellte sich heraus, dass der Nutzfahrzeughersteller jahrelang Fehler vertuscht und Rückrufaktionen unterdrückt hatte. Daraufhin gingen die Verkaufszahlen dramatisch zurück und DaimlerChrysler forderte Schadenersatz von Mitsubishi Motors, an der DaimlerChrysler ebenfalls beteiligt ist.

Der Anteil an MMC betrug zuletzt noch 18 Prozent und wird durch eine am Freitag angekündigte Kapitalerhöhung bei MMC, an der DaimlerChrysler nicht teilnimmt, weiter sinken. Wie hoch der Anteil an MMC danach ist, konnte ein DaimlerChrysler-Sprecher wegen der noch offenen Details der Kapitalmaßnahme nicht beziffern.