Neuer Großaktionär Dubai steigt bei DaimlerChrysler ein

Die Dubai Holding ist zum drittgrößen Aktionär von DaimlerChrysler aufgestiegen. Die staatseigene Gesellschaft des Golf-Emirats hat sich für eine Milliarde Dollar bei dem Autokonzern eingekauft. Die Aktien wurden über den offenen Markt eingesammelt - die Beteiligungen von Kuwait und der Deutschen Bank sind nicht betroffen.

Dubai/Hamburg - Nach Kuwait ist Dubai als zweites Golf-Emirat Großaktionär bei DaimlerChrysler  geworden. Die staatseigene Dubai Holding hat für rund eine Milliarde Dollar Anteile an dem deutsch-amerikanischen Autobauer erworben und ist damit nach eigenen Angaben zum drittgrößten Aktionär des Konzerns aufgestiegen. Das geht aus einer Mitteilung der Holding vom Sonntag hervor.

"Das ist ein perfekter Zeitpunkt, um DaimlerChrysler-Aktien zu kaufen, weil das Unternehmen nun allmählich die Früchte aus der Fusion mit Chrysler erntet", schreibt Dubai-Holding-Chef Mohammed al Gergaui in der Mitteilung, die manager-magazin.de vorliegt. Nach Einschätzung Gergauis sei DaimlerChrysler auf dem besten Wege, die führende Rolle in der internationalen Automobilindustrie zu übernehmen.

Das Management von DaimlerChrysler besitze das "volle Vertrauen" des Investors. Unter der Führung von Jürgen Schrempp habe es über Jahre hinweg seine Effizienz und Professionalität unter Beweis gestellt. Die Dubai Holding werde von dem künftigen Wachstum des Autobauers profitieren, zeigte sich Gergaui sicher.

DaimlerChrysler begrüßt das Engagement Dubais

"Wir begrüßen das Engagement der Dubai Holding bei DaimlerChrysler", erklärte ein DaimlerChrysler-Sprecher am Sonntag auf Anfrage von manager-magazin.de. Dubai sei ein langfristig orientierter Investor, der vom Potenzial des Autobauers überzeugt sei.

Der Sprecher wollte allerdings nicht bestätigen, dass das Emirat nach der Deutschen Bank (10,4 Prozent) und Kuwait (7,2 Prozent) damit zum drittgrößten Aktionär des deutsch-amerikanischen Autobauers aufgestiegen sei.

Aktien am offenen Markt in Frankfurt gekauft

Die Dubai International Capital hat ihren Anteil an der DaimlerChrysler AG in den vergangenen Wochen über den offenen Markt gekauft. Die Aktien seien an der Frankfurter Börse erworben worde, sagte Chief Executive Sameer al-Ansari am Montag. Die Beteiligung der beiden Großaktionäre Deutsche Bank  (10,4 Prozent) sowie dem Emirat Kuwait (7,2 Prozent) blieben von der Transaktion unangetastet.

Road-Show überzeugt Investoren

Road-Show hatte Investoren offenbar überzeugt

Ganz so überraschend scheint das Engagement Dubais indes nicht zu sein. Wie manager-magazin.de am Sonntag aus Branchenkreisen erfuhr, habe DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp im Herbst vergangenen Jahres in dem Golf-Emirat vor potenziellen Investoren seine Strategie präsentiert und sei dabei auf sehr reges Interesse gestoßen.

Die Dubai Holding wurde Ende des vergangenen Jahres aufgebaut, um die milliardenschweren Dollar-Investitionsprojekte des Emirats zu managen. Sie konzentriert sich primär auf Immobilien- und Tourismusunternehmungen in Dubai, verfügt mit der Dubai International Capital aber auch über eine Beteiligungsgesellschaft, die auf Akquisitionen im Ausland spezialisiert ist. Diese Investmentgesellschaft sei federführend bei dem Erwerb der DaimlerChrysler-Anteile gewesen, heißt es in der Mitteilung.

Mit größeren Auswirkungen auf das Unternehmen rechne DaimlerChrysler durch den neuen Großaktionär nicht, hieß es aus den Kreisen weiter. Spekulationen, der Autobauer plane jetzt in Dubai - ähnlich wie Volkswagen in Abu Dhabi - eine Produktion aufzubauen, wollte man in den Kreisen nicht bestätigen.

VW hat bereits vor geraumer Zeit eine Kooperation mit Abu Dhabi auf den Weg gebracht. Im Zuge dieser Zusammenarbeit wollen die Wolfsburger im kommenden Jahr in dem Golf-Emirat mit der Montage von Lastwagen beginnen.