Defekte Bosch-Pumpen Produktionsausfälle bei BMW und Mercedes

Massive Probleme verursachen defekte Dieseleinspritzpumpen des Zulieferers Bosch bei BMW. Im Werk Dingolfing stehen deshalb für drei Tage die Bänder still. Auch Mercedes stoppte die Produktion von Dieselmodellen. Kunden müssen jetzt länger als geplant auf die Auslieferung ihrer Bestellungen warten.

Stuttgart - Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch soll massive Probleme mit einer an zahlreiche Autokonzerne ausgelieferten Dieseleinspritzpumpe haben. Dies meldete die Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag.

Ein Autokonzern bestätigte gegenüber manager-magazin.de: "Ja, die Pumpen, die Probleme machen, stammen von Bosch." Dies hätte sich allerdings nicht durch gehäufte Kundenbeschwerden geäußert. Mehrere der Geräte hätten vielmehr auf Motorenprüfständen den Dienst versagt, woraufhin der Konzern die Produktion von Dieselmodellen stoppte.

Entgegen anderslautender Meldung dementierte Toyota auf Anfrage von manager-magazin.de, von dem Problem betroffen zu sein. "Wir beziehen von Bosch Teile der Einspritztechnik für unseren 1,4-Liter-Diesel, die nach aktuellem Stand einwandfrei funktionieren", sagte ein Unternehmenssprecher. Der 1,4-Liter-Diesel kommt im Corolla und im Yaris zum Einsatz. Andere, großvolumigere Diesel-Motoren in Toyota-Modellen sind nicht mit Bosch-Einspritztechnik bestückt.

BMW  bestätigte auf Anfrage, dass im Werk in Dingolfing wegen Zulieferproblemen bei seinen Sechs-Zylinder-Dieselmotoren die geplante Auszeit über Fasching um drei Tage verlängert werden muss. Dadurch könnten 3600 Autos der 5er-, 6er- und 7er-Reihe zunächst nicht gebaut werden. Die finanziellen Auswirkungen seien derzeit noch nicht einschätzbar.

Auch Mercedes-Benz  bestätigte, dass es Probleme mit zugelieferten Dieseleinspritzpumpen gibt. Dort will man bis zur Lieferung fehlerfreier Hochdruckpumpen verstärkt Benzinmotoren bauen. "Bei uns steht aber nichts still", sagte ein Sprecher.

Betroffen sind Produktionsreihen seit Dezember

Bosch erklärte auf Anfrage von manager-magazin.de, dass es Verträge mit den Autoherstellern gebe, in denen Kommunikationsvereinbarungen für Fälle wie diesen festgeschrieben seien. Daher könne Bosch zu dem Thema nicht Stellung nehmen. Nach Bekanntwerden der Spekulationen dementierte der Konzern die Probleme mit den Pumpen der Baureihe ab Dezember aber nicht. Wie aus den Kreisen verlautete, ist auch Toyota  stark betroffen. Geringer seien die Auswirkungen bei der Volkswagen-Tochter Audi  und bei Opel .

Welcher technische Defekt an den Pumpen auftritt, wurde zunächst nicht bekannt. Das Problem ist aber offenbar derart massiv, dass die Pumpen nach einigen hundert Kilometern Fahrt kaputtgehen können. Nach Angaben aus Kreisen kann der Defekt der Pumpe im Fahrbetrieb auch zu weiteren Motorschäden führen.

Ob es Rückrufaktionen geben wird, war am Freitag noch nicht bekannt. Bei Mercedes-Benz sind Vier-Zylinder-Dieselmotoren der Baureihen C, E, sowie von Viano und Vito, Fünf-Zylinder der E-Klasse sowie Sechs-Zylinder der E- und S-Klasse betroffen. Zwar gebe es jetzt einen gewissen Stau. "Aber wir können Produktionsrückstände kurzfristig aufarbeiten", sagte ein Sprecher.

Autofahrer, deren Mercedes in diesen Tagen ausgeliefert werden sollte, müssen nun warten, bis es fehlerfreie Dieselpumpen gibt.