DaimlerChrysler Rekordabsatz bei Nutzfahrzeugen

Der weltgrößte Bus- und Nutzfahrzeughersteller DaimlerChrysler hat 2004 Jahr so viele Nutzfahrzeuge verkauft wie nie zuvor. Zur Steigerung von 42 Prozent trug auch der japanische Lkw-Hersteller Mitsubishi Fuso bei. Nach Presseberichten könnte Daimler seinen Anteil bei den Japanern vergrößern.

Stuttgart - Im vergangenen Jahr seien 712.200 Nutzfahrzeuge abgesetzt worden, ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte DaimlerChrysler  am Donnerstag mit. In Westeuropa setzte Daimler 274.400 Einheiten ab nach 249.500 im Vorjahr.

Nicht nur die anziehende globale Konjunktur ist für die Steigerung verantwortlich. In der Bilanz sind erstmals auch 118.100 Fahrzeuge von Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) enthalten, die seit April einbezogen wird. Ohne die asiatische Tochter betrug die Absatzsteigerung bei den DaimlerChrysler-Nutzfahrzeugen im Jahr 2004 19 Prozent. Vor rund einem Jahr hatte der schwäbische Autobauer die Mehrheit am japanischen Lkw-Hersteller Fuso übernommen.

Renschler: "Situation langfristig sichern"

"Jetzt wollen wir die positive Ertragssituation langfristig sichern", sagte der neue Nutzfahrzeug-Chef Andreas Renschler. Sein Vorgänger Eckhard Cordes hatte die Sparte aus den roten Zahlen geholt und 2003 einen operativen Gewinn von 855 Millionen Euro verbucht.

Ein Sprecher bekräftigte die Erwartung, dass die Sparte im abgelaufenen Jahr den Gewinn trotz Sonderbelastungen für die Bewältigung eines Skandals um unterlassene Rückrufe bei Mitsubishi Fuso noch einmal deutlich gesteigert hatte. Analysten gehen von bis zu 1,6 Milliarden Euro aus.

Fuso litt 2004 in Japan unter einem Skandal, der noch aus der Zeit vor dem Einstieg von DaimlerChrysler herrührt. Damals hatte der Lkw- und Bus-Hersteller Rückrufaktionen unterlassen, was zu mindestens einem tödlichen Unfall geführt hatte. Derzeit versucht die neue Fuso-Führung das Vertrauen der Kunden wieder herzustellen.

Schadenersatzforderungen nach Fuso-Debakel

DaimlerChrysler versucht wegen des Rückrufskandals derzeit, von Mitsubishi Motors einen Teil des Preises für Fuso als Schadenersatz einzufordern. Die Verhandlungen laufen, in den Medien genannte Entschädigungssummen von umgerechnet 370 bis 600 Millionen Euro wollten beide Unternehmen aber nicht bestätigen.

Nach Medienberichten hat Mitsubishi DaimlerChrysler statt einer Barentschädigung unter anderem weitere Anteile an Fuso offeriert. Nach einem Bericht des "Handelsblatt" erwägt der angeschlagene Vorbesitzer Mitsubishi Motors, den Stuttgartern seine übrigen Fuso-Anteile sowie eine Beteiligung am niederländischen MMC-Werk Nedcar, wo auch der Smart Forfour gefertigt wird, anzudienen. Ein DaimlerChrysler-Sprecher äußerte sich zum Stand der Gespräche nicht.

Größte Zuwächse bei Freightliner

Die größten Zuwächse verbuchte DaimlerChrysler Nutzfahrzeuge in Nordamerika ("Freightliner), wo 177.100 Lkw verkauft wurden, 32 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Europa und Lateinamerika legte der Nutzfahrzeugbauer um 24 Prozent auf 137.400 Einheiten zu.

Dort kam Mercedes-Benz vor allem die zweite Generation des Lkw-Flaggschiffs Actros zu Gute. In Westeuropa stieg der Lkw- und Bus-Absatz allein um zehn Prozent auf 274.400 Stück. Von den Bus-Marken Mercedes-Benz, Setra und Orion wurden weltweit 32.800 Stück verkauft, ein Plus von 16 Prozent. Der Transporter-Absatz legte um 13 Prozent auf 260.700 Stück zu.

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