Konjunktur Leuchtende Augen bei der Autoindustrie

In der deutschen Wirtschaft herrscht zum Jahresende verhaltene Zuversicht im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2005. Wichtige Branchen wie die Chemie und der Maschinenbau erwarten eine Fortsetzung des Wachstums. Die Autoindustrie hofft auf eine echte Erholung. Sorgen macht sich vor allem der Mittelstand.

Hamburg - Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet in Europa mit einem Wachstum zwischen 1,4 und 2,4 Prozent. Nach dem Urteil des Mittelstands ist die Lage zwar besser geworden, "bleibt aber insgesamt schlecht". Dies Fazit zog der Bundesverband der Selbständigen (BDS) nach einer Umfrage unter knapp 1500 Unternehmern. "Nachdem die Mittelständler die Lage im letzten Jahr gedämpft optimistisch einschätzten, gibt die aktuelle Analyse eine etwas bessere Grundstimmung wider", resümiert der BDS. Erfreulich sei, dass 86 Prozent der Befragten keine Insolvenz erwarteten. Die Beschäftigungsentwicklung stagniere.

Laut "Welt am Sonntag" rechnet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) 2005 mit einem Wachstum von drei Prozent nach 4,9 Prozent in diesem Jahr. In der Chemieindustrie werde ein Plus von 2 bis 2,5 Prozent erwartet. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hält nächstes Jahr ein Wachstum von 3,0 Prozent für möglich nach 4,0 Prozent in diesem Jahr.

In der Autoindustrie zog die Inlandsnachfrage nach Neuwagen in diesem Jahr um 4,5 Prozent an, in den letzten sechs Monaten um 11,0 Prozent, sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Am Bau gehe es dagegen mit dem Umsatz um ein bis drei Prozent abwärts, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Industrie, Heiko Stiepelmann, der "Welt am Sonntag".

EZB-Chefvolkswirt Ottmar Issing rechnet damit, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr trotz hohen Eurokurses und des teuren Öls "zwischen 1,4 und 2,4 Prozent wächst und sich die Inflationsrate allmählich wieder in einem Bereich bewegt, der mit Preisstabilität vereinbar ist", wie er der "Welt am Sonntag" sagte.

Der Chefvolkswirt der Münchner Allianz Gruppe, Michael Heise, geht für Deutschland im nächsten Jahr von einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent aus. Nach schwachem Start werde sie sich im zweiten Halbjahr erholen, sagte er der "Bild am Sonntag". Unterm Strich seien "1,4 Prozent Wachstum drin".

Mehrere große deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute hatten kürzlich ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr gesenkt. Sie erwarten nun ein Wachstum zwischen 0,8 Prozent und 1,3 Prozent. Die Bundesregierung geht weiter von 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum aus.

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