Flutkatastrophe 100.000 Tote und kein Ende

Die Zahl der gezählten Todesopfer ist erneut stark gestiegen. Je nach Quelle gelten 100.000 bis 125.000 Tote als gesichert; und noch immer sind einige schwer getroffene Regionen nicht berücksichtigt.

Banda Aceh/Nagappattinam - Vier Tage nach dem Seebeben im Indischen Ozean haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Die offizielle Zahl der Todesopfer stieg auf über 100.000. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Donnerstagnachmittag sogar mindestens 123.181 Tote. Allein auf der indonesischen Insel Sumatra, vor der sich das Beben ereignet hatte, riss die Flutkatastrophe nach Angaben vom Donnerstag knapp 80.000 Menschen in den Tod. 185 Kilometer Küstenstreifen standen am Donnerstag noch immer unter Wasser. Auch in anderen Regionen wurde mit weiteren Opfern gerechnet, so dass auch die jüngste Zahl von insgesamt 114.758 Toten noch steigen könnte.

Die notleidende Bevölkerung in den Katastrophengebieten wurde am Donnerstagmorgen durch eine Warnung vor einem weiteren Tsunami aufgeschreckt. Tausende flohen von den Küsten in höher gelegene Gebiete, nachdem nahe dem Epizentrum des ersten Bebens ein weiterer Erdstoß der Stärke 5,7 den Meeresgrund erschüttert hatte. Am Nachmittag erklärten die indischen Behörden jedoch, die auf Informationen eines US-Forschungsinstitut beruhende Tsunami-Warnung habe sich als Fehlalarm erwiesen.

Die Rettungskräfte forcierten ihre Suche nach Überlebenden, da sauberes Wasser und Lebensmittel knapp wurden und die Seuchengefahr weiter anstieg. Es wurde befürchtet, dass auf den abgelegenen Andamanen- und Nikobaren-Inseln noch tausende weitere Tote unter Schlammmassen begraben sein könnten. Ein den Fluten entkommener Fischer berichtete, an der Küste der Insel Groß-Nikobar seien ganze Dörfer fortgespült worden. "Nicht eine einzige Hütte ist stehengeblieben."

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