Flutkatastrophe Spendenaktion der deutschen Wirtschaft

In der deutschen Wirtschaft hat eine groß angelegte Spendenaktion für die Opfer der verheerenden Flutkatastrophe in Asien begonnen. Eine Reihe von Unternehmen kündigte am Donnerstag erste Geld- und Sachspenden an.

Hamburg - Weitere Spenden sind im neuen Jahr zu erwarten, wenn der normale Geschäftsbetrieb überall wieder läuft. Viele Unternehmen haben ihre Belegschaften mit dem Versprechen zu Spenden aufgerufen, die eingesammelten Beträge zu verdoppeln.

Der Pharmakonzern Altana  gibt 750.000 Euro für die medizinische Versorgung in den betroffenen Gebieten. "Wir wollen als international agierendes Unternehmen unseren Teil dazu beitragen, um schnell und unbürokratisch zu helfen", sagte Altana-Chef Nikolaus Schweickart. Über die Unternehmensbereiche in Asien würden gezielt Projekte unterstützt.

Der Chemiekonzern Bayer  spendet Medikamente (Antibiotika), Geld und gibt technische Unterstützung durch Landesgesellschaften. Die Sach- und Geldspenden hätten eine Größenordnung von 500.000 Euro. Diese Summe werde noch ansteigen, teilte das Unternehmen mit. Der Handelskonzern Metro  gibt 250.000 Euro als Geld- und Sachspende an indische Fischer.

DaimlerChrysler  hat eine Million Euro für deutsche Hilfsorganisationen sowie für direkte Sachleistungen in der Region zur Verfügung gestellt. Bereits in den ersten 24 Stunden habe sich DaimlerChrysler über seine Ländergesellschaften an Hilfsaktionen - wie die Bereitstellung von Nutzfahrzeugen für Hilfskonvois - beteiligt.

Die Deutsche Telekom  überweist eine Million Euro an die Aktion Deutschland hilft (ADH), die Deutsche Vermögensberatung gibt dem Kinderhilfswerk Unicef eine Million Euro. Eine Million gibt auch der Energiekonzern Eon .

Der Hersteller von Medizintechnik B. Braun Melsungen hat den Tochterunternehmen in der Region 100.000 Euro zur ersten Hilfe zur Verfügung gestellt. Da das Unternehmen in allen betroffenen Ländern mit Vertriebs- und teilweise auch Produktionsstätten vertreten ist, vollziehe sich der größte Teil der Hilfe direkt vor Ort auf kurzem Wege, hieß es.

Die Deutsche Bank  leistet über ihre Stiftung DB Asia Foundation Soforthilfe vor Ort. Die Organisation biete neben ihrer Expertise auch Geld- und Sachleistungen in nicht beziffertem Umfang. Zudem hat die Bank alle Mitarbeiter zu Spenden aufgerufen. Der Vorstand will die Summe anschließend verdoppeln.

Die Bekleidungskette C&A überweist 250.000 Euro an die Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes. Die Deutsche Lufthansa  leistet über ihr Hilfsnetzwerk Help-Alliance finanzielle Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe.

Die Boehringer Ingelheim Pharma GmbH will "einen größeren Betrag" geben. Die genaue Summe stehe nächste Woche fest, da die Unternehmensleitung noch darüber entscheiden müsse.

Der Chef der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, forderte die rund 230.000 Bahn-Beschäftigten des Konzerns zu Spenden auf. Das Unternehmen werde den eingegangenen Betrag dann verdoppeln, mindestens aber 50.000 Euro als Soforthilfe bereitstellen. Die Bahn ist über ihre Logistiktochter Schenker mit Niederlassungen in Indien, Malaysia, Thailand und Indonesien vertreten.

Der Chemiekonzern BASF  beschloss, eine Soforthilfe von einer Million Euro zu geben. Er rief darüber hinaus die Mitarbeiter zu Spenden auf. Der bis zum 31. Januar 2005 eingegangene Betrag werde von BASF verdoppelt. Das Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal spendet fünf Tonnen Medikamente im Wert von 730.000 Euro für Opfer in den Krisengebieten Thailand und Sri Lanka.

Der Berliner Pharmakonzern Schering  hilft über seine Tochterunternehmen in den betroffenen Ländern. Dazu zähle in erster Linie humanitäre Hilfe wie das Bereitstellen von Decken und Lebensmitteln, sagte Unternehmenssprecher Oliver Renner. Medikamente aus eigener Produktion würden nicht ausgegeben, weil Schering die benötigten Präparate nicht herstelle. Welche Geldsumme der Konzern dazu zur Verfügung stelle, könne noch nicht gesagt werden.

Auch der Getränkehersteller Coca-Cola  leistet Hilfe über sein lokales Netzwerk der Niederlassungen vor Ort. "Es geht jetzt um schnelle und kurzfristige Soforthilfe", sagte Sprecher Geert Harzmann. Darüber hinaus würden Medikamente, Verbandszeug und Desinfektionsmittel sowie Lastwagen zum Transport von Hilfsgütern bereitgestellt. Schwerpunkt sei auch die Versorgung mit in Flaschen abgefülltem Trinkwasser.