Pharma Sanofi-Aventis setzt auf Generika

Weil die Gesundheitspolitik bei den Medikamentenpreisen die Daumenschrauben anzieht, leiden die großen Pharmakonzerne und profitieren die Hersteller billigerer Nachahmerprodukte. Sanofi-Aventis will deshalb unter seinem Dach einen der bedeutendsten Generikahersteller in Europa aufbauen.

Straßburg - Sanofi-Aventis  startet zum Jahreswechsel eine Expansionsoffensive im Markt für Nachahmerprodukte. Das Unternehmen wolle innerhalb des kommenden Jahres fünf neue Ländergesellschaften in Belgien, Ungarn, Italien, Polen und der Schweiz gründen und damit die Zahl der Generika-Niederlassungen verdoppeln, schreibt die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf Sanofi-Vorstand Etienne Jacob.

Durch die Maßnahmen will Sanofi-Aventis innerhalb von fünf Jahren zu einem führenden Generika-Anbieter in Europa werden. Zurzeit macht der Konzern 250 Millionen Euro Umsatz mit Generika-Produkten und steht auf Platz 27 im Branchenranking. Marktführer Teva kommt auf knapp 2,7 Milliarden Euro.

Auf dem deutschen Markt für Nachahmerprodukte ist Sanofi-Aventis über die Tochtergesellschaft Lichtenstein vertreten, die mit 80 Millionen Euro Umsatz auf Platz acht hinter Branchenprimus Ratiopharm liegt, der 891 Millionen Euro erzielt. Der deutsche Generika-Markt gilt allerdings als stark gesättigt und hart umkämpft.

Bereits im Oktober hatte Sanofi-Aventis die Neuausrichtung seines Generika-Geschäftes und die Einführung der neuen Dachmarke angekündigt. Es soll zum 1. Januar unter dem Namen Winthrop geführt werden, einem Namen, den die ehemalige Tochtergesellschaft des Ölkonzerns Total bereits im Firmennamen "Sanofi-Winthrop" trug.

Der Pariser Pharmakonzern folgt damit der Strategie des Schweizer Konkurrenten Novartis. Das Baseler Unternehmen führt sein Geschäft mit Nachahmerprodukten seit einigen Jahren unter der Marke "Sandoz" - der Name eine der beiden Vorgängergesellschaften von Novartis.

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