Dollar-Verfall VW macht sich Sorgen ums China-Geschäft

Mit einer Modelloffensive glaubt Bernd Pischetsrieder zwar das flaue Konsumklima am Heimatmarkt Deutschland ausgleichen zu können. Der Dollar-Verfall bereitet dem Volkswagen-Chef dagegen Kopfzerbrechen, wie er im Interview erkennen ließ.

Frankfurt - Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder hat sich verhalten optimistisch zu den Geschäftsaussichten im kommenden Jahr geäußert.

"Wir werden 20 neue Modelle auf den Markt bringen. Wenn wir das gut hinter uns bringen und die erhoffte Akzeptanz am Markt erzielen, wird es ein gutes Jahr", sagte Pischetsrieder in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Für eine genaue Geschäftsprognose sei es aber noch zu früh. Einfach werde 2005 aber nicht, schränkte der VW-Chef ein.

"Was allen exportorientierten Konzernen die meisten Sorgen macht, ist die Dollar-Schwäche." Diese belaste nicht allein das US-Geschäft, auch die Aktivitäten in China hingen an der US-Währung, die zuletzt zum Euro massiv an Wert verloren hatte. "Das macht mir mehr Sorgen als das Konsumklima in Deutschland", sagte Pischetsrieder. Die Marke VW soll künftig stärker vom Konzern getrennt werden. Eine rechtlich selbstständige VW AG oder eine Holding werde es aber nicht geben. "Das macht ökonomisch keinen Sinn."

Bei den Planungen für neue Modelle werde Volkswagen auf eine Stärkung der Standorte Mexiko und Brasilien achten, hatte es beispielsweise schon geheißen. Zu dem Weg der Produktionsverlagerung aus der Euro-Zone in den Dollar-Raum gebe es keine Alternative, um unabhängiger von der US-Währung zu werden. Zusätzlich suche VW nach weiterem Sparpotenzial, das auf zwei Jahre angelegte Programm "ForMotion" sei nur der Anfang.

Unterdessen hat der Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert vorgeschlagen, das gigantische Hauptwerk des Volkswagenkonzerns in Wolfsburg umzubauen. "Ich halte es für sinnvoll, daraus vier oder fünf Einheiten zu bilden - mit klaren Verantwortlichkeiten. Dafür müssen keine neuen GmbHs gegründet werden, aber kleinere Geschäftseinheiten", wird Volkert in den "Wolfsburger Nachrichten" zitiert. Der Betriebsrat erhoffe sich dadurch Kostenreduzierungen.

Als Beispiel nannte der Betriebsratschef den Geländewagen auf Golf-Basis, der ab 2007 in Wolfsburg gefertigt wird. Dieses Auto solle nach dem organisatorischen Vorbild von Auto 5000 gebaut werden. Auto 5000 heißt das Modell, nach dem der erfolgreiche Van Touran in Wolfsburg gebaut wird. Da Projekt ist davon geprägt, dass die einzelnen Mitarbeiter mehr Verantwortung haben und die Montage aus den starren Strukturen der alten Golf-Produktion herausgelöst wurde.

Mit Blick auf das Autojahr 2005 ist Volkert "verhalten optimistisch". Er erwartet, dass der VW-Absatz von 5,1 Millionen auf "mindestens 5,3 Millionen verkaufter Autos" ansteigt. Der Kleinwagen Fox, und die neuen Modelle Golf-Plus und Passat sollen dafür sorgen.

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