Sanierungsplan Opel streicht 9500 Stellen

General Motors wird bei Opel in Deutschland rund 9500 Stellen abbauen. GM will auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten und nimmt für Abfindungen und Umschulungen rund eine Milliarde Dollar in die Hand. Ob eine "Transfergesellschaft" den Betroffenen wirklich weiterhilft, bleibt offen.

Rüsselsheim - Im Bochumer Opel-Werk sollen nach Angaben von Betriebsratschef Dietmar Hahn 4.100 Stellen gestrichen und damit fast jeder zweite der 9.600 Arbeitsplätze abgebaut werden. In Kaiserslautern seien rund 400 Mitarbeiter betroffen. Trotz der Sparmaßnahmen werde die General-Motors-Tochter Opel in den Jahren 2005 und 2006 nicht die schwarzen Zahlen erreichen.

Der US-Autobauer General Motors  will bei der Sanierung von Opel auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Der Stellenabbau soll nach Angaben von Betriebsratschef Dietmar Hahn über Abfindungen und eine Transfergesellschaft sowie über Spin-Offs und Joint Ventures laufen. Kern der Vereinbarung sei ein freiwilliges Abfindungsangebot, das sich an alle Beschäftigten richte. Der weltgrößte Autohersteller GM will für die Restrukturierung bei Opel eine Milliarde Dollar bereitstellen.

Eine Milliarde Dollar für Abfindungen und Umschulung

Zudem würden Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften an den Standorten Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern gegründet, in denen die Mitarbeiter ein Jahr umgeschult würden. Zusätzlich erhielten sie eine Abfindungszahlung, die weit über dem in der Industrie üblichem Niveau liege. So erhalte ein 50-jähriger Mitarbeiter mit 30 Jahren Betriebszugehörigkeit eine Abfindung von 216.000 Euro. Die Betriebsrente bleibe in vollem Umfang erhalten.

Ungewisse Zukunft: Mitarbeiter bei Opel Rüsselsheim am Donnerstag auf dem Weg zur Betriebsversammlung

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GM's langer Schatten: Der US-Konzern will bei GM Europe mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr einsparen

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Umzug in die "Transfergesellschaft": Umschulung ist immer noch besser als betriebsbedingte Kündigung, argumentiert der Betriebsrat

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Ungewisse Zukunft
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Wie weiter mitgeteilt wurde, drehen sich die kommenden Verhandlungen um die Forderungen des Gesamtbetriebsrats, einen Zukunftsvertrag bis 2010 für die deutschen Standorte zu erreichen. In diesem Zusammenhang dürfte auch die für Anfang kommenden Jahres erwartete Entscheidung stehen, ob das nächste GM-Mittelklassemodell in Rüsselsheim bei Opel oder im schwedischen Trollhättan bei Saab gebaut werden soll.

GM hat mit Überkapazitäten und einer stagnierenden Nachfrage sowie fallen Preisen zu kämpfen. Seit 1999 hat der weltgrößte Autohersteller in Europa kein Geld mehr verdient. Um wieder in die Gewinnzone zurückzukehren, hatte GM im Oktober ein drastisches Sparprogramm angekündigt, über dessen Umsetzung Betriebsrat und Vorstand seitdem verhandeln. Der Mutterkonzern GM will in seinem Europageschäft so jährlich mehr als 500 Millionen Euro sparen.

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