Sanierungsplan Opel will niemandem kündigen

Die Sanierung des Autokonzerns Opel wird ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen auskommen. Darauf haben sich Arbeitnehmer und Management in einem Rahmenplan zur Sanierung geeinigt. Details sind aber weiter unklar.

Rüsselsheim - Die angestrebte Sanierung beim angeschlagenen Automobilbauer Opel und im übrigen Europageschäft von General Motors (GM)  soll ohne betriebsbedingte Kündigungen und ohne Werkschließungen erfolgen. Darauf einigten sich GM und das Europäische Arbeitnehmerforum des Konzerns am späten Dienstagabend, wie Opel-Betriebsratschef Klaus Franz, der zugleich Vorsitzender des Europäischen Arbeitnehmerforums ist, am Mittwochmittag mitteilte.

"Unser gemeinsames Ziel ist es, die Restrukturierung sozialverträglich zu gestalten und für die Zukunft faire Bedingungen für die Vergabe von Produktionskapazitäten in Europa zu erreichen", sagte Franz. Um vor allem Entlassungen zu vermeiden, haben die Verhandlungspartner ein Paket für freiwillige Abfindungsprogramme und Beschäftigungsgesellschaften geschnürt, das am Dienstag dem GM-Verwaltungsrat vorgelegt worden war. Nach Beratungen über die Entscheidung in Detroit am Mittwoch will die Konzernführung am Donnerstag die Belegschaft informieren.

Die "erheblich teurere" Lösung

Als Antwort auf den Wettbewerb der GM-Standorte in Europa untereinander und für die zukünftige Auslastung der Werke vereinbarten Arbeitnehmer und Konzernleitung den Angaben zufolge einen ersten Kriterienkatalog. Er umfasse die Punkte Verkaufs- und Marketingstrategie sowie Nachfrage, Produktionsstrategie, finanzielles Investment, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und mögliche Personalabbaukosten. Die Umsetzung des Restrukturierungsprogramms auf nationaler Ebene soll durch ein europäisches Monitoring, also eine Überprüfung, begleitet werden.

Die nun gefundene Lösung sei "erheblich teurer" als Entlassungen hieß es am Dienstagabend am Rande der Verwaltungsratssitzung. Trotzdem hatte sich GM offenbar darauf eingelassen, weil die Sanierung der schwer angeschlagenen Konzernteils damit nun schnell und ohne weiteren lautstarken Widerstand begonnen werden kann.

GM hat mit Überkapazitäten und einer stagnierenden Nachfrage sowie fallen Preisen zu kämpfen. Seit 1999 hat der weltgrößte Autohersteller in Europa kein Geld mehr verdient. Um wieder in die Gewinnzone zurückzukehren, hatte GM im Oktober ein drastisches Sparprogramm angekündigt, über dessen Umsetzung Betriebsrat und Vorstand seitdem verhandeln. Der Mutterkonzern GM will in seinem Europageschäft so jährlich mehr als 500 Millionen Euro sparen und bis zu 12.000 Stellen streichen, davon 10.000 in Deutschland. Opel macht den größten Teil des Europageschäftes von General Motors aus und muss deswegen die Hauptlast der Kürzungen verkraften.

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