KarstadtQuelle Post greift nach dem Tafelsilber

Die Deutsche Post will die Logistikaktivitäten des angeschlagenen Essener Warenhauskonzerns übernehmen. Die Verhandlungen seien "weit fortgeschritten", bestätigte KarstadtQuelle. Der Konzern braucht dringend frisches Geld.

Bonn - "Wir haben ein Angebot unterbreitet, ein Vertrag ist aber noch nicht unterzeichnet", bestätigte ein Sprecher der Post am Mittwoch auf Anfrage. "Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten", bestätigte auch ein KarstadtQuelle-Sprecher, machte jedoch keine Angaben zu einem möglichen Verkaufszeitpunkt. Die Aktie von KarstadtQuelle , die in den vergangenen Tagen massiv eingebrochen war, konnte sich am Mittwoch leicht stabilisieren.

Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" vom Mittwoch hat der Konzern die Logistikaktivitäten in drei Pakete eingeteilt, wobei das erste nun von der Post übernommen werde. Über Paket zwei werde erst im kommenden Jahr entschieden. Unter Berufung auf Branchenkreise berichtete die Zeitung zudem, der Verkauf des dritten Paketes sei inzwischen abgeblasen worden. Der Karstadt-Sprecher wollte diese so jedoch nicht bestätigen.

Nach Angaben der Deutschen Post  ist das Unternehmen hingegen am "ganzen Paket" interessiert und hat hierfür das Angebot eingereicht. Zur Höhe der Offerte wollte sich der Post-Sprecher nicht äußern. Auch der KarstadtQuelle-Sprecher wollte mögliche Preisvorstellungen seines Unternehmens nicht kommentieren.

Optimus und Warenverteilzentrum Unna im Gespräch

Die Deutsche Post hatte die Übernahmepläne bereits am 1. Dezember beim Bundeskartellamt eingereicht. Nach Informationen der "FTD" handelt es sich dabei lediglich um das Warenverteilzentrum in Unna und um Teile der KarstadtQuelle-Tochter Optimus.

Früheren Angaben zufolge will KarstadtQuelle durch den Verkauf von Tochterfirmen eine Milliarde Euro erlösen, dabei sollte die Veräußerung der Logistikaktivitäten zwischen 200 und 400 Millionen Euro einbringen. Die Verkäufe sind ein wichtiger Meilenstein für die Sanierung des Konzerns, ebenso wie die geplante Kapitalerhöhung.

KarstadtQuelle hatte in seinem Verkaufsprospekt vor einer Insolvenz gewarnt, sollte die Kapitalerhöhung scheitern.

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