Opel 500 Millionen Euro pro Jahr reichen GM nicht

Der Verwaltungsrat des Opel-Mutterkonzerns General Motors entscheidet heute in Detroit darüber, wie viele Stellen bei GM Europe gestrichen werden sollen. Die Summe, die GM einsparen will, liegt offenbar deutlich über den zunächst genannten 500 Millionen Euro.

Frankfurt am Main - "Das Paket wird dem Verwaltungsrat heute in Detroit vorgelegt", sagte Carl-Peter Forster, zweiter Mann bei GM Europe am Dienstag in Frankfurt während einer Fachtagung. Zu Einzelheiten oder wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, äußerte sich der frühere Opel-Chef nicht.

Seit Oktober verhandeln die Belegschaft und das Management von Opel über Sparvorgaben von GM, mit denen der Konzern sein defizitäres Europa-Geschäft wieder profitabel machen will. Dazu sagte Forster in Frankfurt: "Wir haben immer gesagt, wir wollen mindestens 500 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Wir wollen aber eindeutig mehr einsparen." Opel macht den größten Teil des GM-Geschäftes in Europa aus.

Hoffnung für deutsche Opel-Werke

Bis zuletzt wurde über ein Paket verhandelt, mit dem Stellen sozialverträglich wegfallen aber Entlassungen vermieden werden sollen. Offen war dabei aber noch die Höhe der Summe, die GM für dieses Paket bereitstellen müsste. Die Kosten für das Paket seien ein potenzieller Stolperstein bei der Entscheidung in Detroit, hieß es am Montag in mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen.

General Motors verdient seit 1999 kein Geld mehr in Europa und hatte im Oktober angekündigt, es wolle seine Kosten jährlich um 500 Millionen Euro drücken und bis zu 12.000 Stellen streichen. Allein in Deutschland bei Opel sollen 10.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Arbeitnehmer zu Zugeständnissen bereit

GM hatte stets betont, Ziel sei es vor allem, jährlich die Kosten zu senken. Die Zahl der Stellen, die im Zuge dessen wegfallen müssten, hänge von Kosteneinsparungen anderswo ab. Die Arbeitnehmer haben bislang signalisiert, dass sie bei übertariflichen Leistungen zu Zugeständnissen bereit sind. Im Gegenzug fordern sie allerdings vom Management die Zusage, auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen zu verzichten.

Forster verteidigte den Sanierungsplan, denn dieser ebne den Weg für neue Modelle bei GM. "Wir wollen in den kommenden fünf Jahren 45 neue Modelle und Varianten auf den Markt bringen." Der Automarkt leide aber unter der stagnierenden Nachfrage und Überkapazitäten aber auch unter fallenden Preisen. "Wir können nicht darauf zählen, dass sich die Situation verbessern wird", sagte er.

GM setze deswegen auf weitere Nischenmodelle. Zudem wachse beispielsweise der russische Markt im unteren Preissegment, sagte Forster. Dafür müsse nicht unbedingt ein ganz neues Auto auf den Markt gebracht werden. Modelle, die in Westeuropa ausgelaufen seien, ließen sich in Russland noch verkaufen.

Zu GM gehören außer Opel auch der schwedische Autohersteller Saab und die britische Vauxhall. Europaweit arbeiten rund 63.000 Menschen für GM, in Deutschland 32.000.

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