Airbus-Landebahn
Genehmigung für Anfang 2005 erwartet
Für Airbus wird zurzeit im Verkehrsministerium mächtig Druck gemacht: Schon zu Beginn des nächsten Jahres könnte die Landebahn mit der verkleinerten Sicherheitszone genehmigt werden, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Die Airbus-Gegner geraten damit immer mehr unter Druck.
Hamburg - Nach dem Durchbruch im monatelangen Streit
um die Verlängerung der Start- und Landebahn des Airbus-Werks in
Hamburg-Finkenwerder will das Bundesverkehrsministerium dem Projekt keine
bürokratischen Steine in den Weg legen. Ein Antrag Hamburgs auf
Ausnahmegenehmigung zum Betrieb der Startbahn mit einer schmaleren
Sicherheitszone werde "in diesem Fall so zügig wie möglich"
behandelt, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Zwar gebe es
für derartige Fälle "keinen Standardzeitrahmen", doch sei eine
Entscheidung bei schneller Bearbeitung bereits Anfang 2005 möglich.
"Der Antrag ist in Vorbereitung", bestätigte Christian Saadhoff,
Sprecher der Hamburger Wirtschaftsbehörde. Fachleute seien bereits
seit Montag mit den entsprechenden Unterlagen beschäftigt. Wann der
Antrag bei den zuständigen Stellen in Berlin oder bei der Deutschen
Flugsicherung (DFS) eingereicht werden könne, sei jedoch noch nicht
absehbar.
Stand bis zum 4. Dezember 2004: Nur die grünen Grundstücke gehören der Stadt, die weißen werden noch benötigt. Die Landebahn ist schwarz markiert. Die umgebende schwarze Linie ist der Sicherheitsbereich. Den Deich in der Mitte hat sich die Stadt bereits gesichert. Die Grundstücke von Cord Quast sind jene in direkter Nähe zur Landebahn. Die benötigten Randgrundstücke im Sicherheitsbereich gehören der Kirche von Neuenfelde und einem Privatmann
Stand 6. Dezember:Cord Quast hat verkauft. Die zentralen Grundstücke gehen in den Besitz der Stadt über. Eine Enteignung von Quast ist nicht mehr nötig. Weil der Boden der verbleibenden Widerständler dennoch in den Sicherheitsbereich hineinragt, will die Stadt nun eine Sondergenehmigung vom Luftfahrtbundesamt einholen, um diesen entsprechend anzupassen
Neuenfelde und Airbus: Wenn die Startbahn um 589 Meter verlängert wird, liegt sie in unmittelbarer Nähe zum Dorf. Die Einwohner fürchten um ihren Heimatort
Foto: DPA
Airbus in Neuenfelde: Luftstandort in Gefahr
Foto: AP
Die kartographierte Startbahn Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.
Der Senat hatte am vergangenen Wochenende von einem Obstbauern
mehrere Grundstücke gekauft, die zur Verlängerung der Airbus-
Landebahn benötigt wurden. Zwei noch im Privatbesitz verbliebene
Grundstücke liegen in der Trasse der geplanten Umfahrungsstraße und
stellen nach Darstellung der Behörden keine größere Behinderung für
die Startbahnpläne dar. Da die Grundstücke aber in der äußeren
Sicherheitszone liegen, müsste auch die Umfahrung in dieser Zone
gebaut werden. Dafür muss bei den Luftfahrtbehörden eine
Ausnahmegenehmigung beantragt werden.
Ein Bericht der Tageszeitung "Die Welt", nach dem die DFS bereits
ein Gutachten über die Startbahnverlängerung des Airbus-Werks
erstellt habe, wurde in der Wirtschaftsbehörde als irreführend
gewertet. Hierbei handle es sich um ein altes Gutachten im
Zusammenhang mit dem durch das Oberverwaltungsgericht (OVG)
blockierten Planfeststellungsbeschluss.
Die Airbus-Gegner bekräftigten am Dienstag ihr Festhalten an der
Klage gegen diesen Planfeststellungsbeschluss. "Die Planung
entspricht nicht dem Wohl der Allgemeinheit", teilten die
Rechtsanwälte der Kläger mit. Nach Auffassung der Wirtschaftsbehörde
wäre auch diese Entscheidung des OVG hinfällig, sollten die beiden
noch verbliebenen Grundstückseigentümer in Neuenfelde ihre Obstgärten
an den Senat verkaufen.
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