Übernahme KKR will den Grünen Punkt

Für mehr als eine Viertelmilliarde Euro will der US-Finanzinvestor KKR das Recyclingunternehmen Duales System Deutschland kaufen. Mittelfristig soll der Konzern an die Börse gebracht werden.

Frankfurt/Main/Köln - Der US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) will das Recycling-Unternehmen Duales System Deutschland AG (DSD) übernehmen und hat dazu ein Übernahmeangebot unterbreitet. Pro fünf DSD-Aktien bietet KKR über die Deutsche Umwelt Investment AG (DUI) eine Barzahlung von 468.250 Euro, gab der weltweit führende Private-Equity-Investor am Dienstag in Frankfurt am Main bekannt.

Das entspricht einem Gesamtangebot für 100 Prozent der Aktien von 260 Millionen Euro. Alternativ bietet KKW den Aktionären ein gemischtes Angebot einer Barzahlung, kombiniert mit einer Beteiligung an. Das Übernahmeangebot läuft bis zum 23. Dezember 2004.

Aussichtsrat und Vorstand der DSD AG sprachen sich einstimmig für das Übernahmeangebot aus, wie das Recycling-Unternehmen in Köln mitteilte. Allerdings müssten jetzt auch die Aktionäre der DSD der Umstrukturierung des Unternehmens zustimmen und das Angebot von KKR annehmen.

500 Unternehmen auf der Verkaufsseite

Die DSD, in Deutschland besser bekannt als "Grüner Punkt", organisiert für seine Kunden in Handel und Industrie die Rücknahme und Verwertung von Verpackungen entsprechend den Auflagen der Verpackungsverordnung. Aktionäre des Unternehmens sind bisher über 500 von der Verpackungsverordnung verpflichtete Unternehmen.

Mit der geplanten Übernahme durch KKR reagiert das DSD auf Forderungen des Bundeskartellamtes, wonach die kartellartige Struktur aufgelöst und das Unternehmen zu mehr als 75 Prozent von einem unabhängigen Investor übernommen werden muss. Die entsprechenden Schritte sollten bis Jahresende erfolgen. Andernfalls hätte dem DSD die Zerschlagung und damit auch das Aus für das vom DSD organisierten Recyclingsystem gedroht.

Wie KKR und DSD darüber hinaus bekannt gaben, zielt das künftige Unternehmenskonzept darauf ab, "weiterhin preisgünstig und effizient Recycling- und Systemdienstleistungen" für die Kunden aus Handel und Industrie anzubieten. Außerdem sollen neue Geschäftsfelder sowie die Pfandrücknahme entwickelt und das internationale Geschäft ausgebaut werden. Mittelfristig sei ein Börsengang der DSD AG geplant.