China-Konferenz "Warum stützt Europa den Dollar nicht?"

Chinas stellvertretender Ministerpräsident Zeng Peiyan besucht am heutigen Freitag mit einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation Hamburg. Durch die großen Reedereien gibt es hier seit Jahren enge Beziehungen zu Asien. Zum Auftakt des "Hamburg Summit" kritisiert Peiyan die europäische Devisen-Politik.

Hamburg - China wird auf dem Weg zu Reform und Öffnung weiter einen eigenständigen Kurs verfolgen. "Wir werden einen Entwicklungsweg einschlagen, der geprägt ist von den Besonderheiten des Landes", sagte der stellvertretende Ministerpräsident Zeng Peiyan bei der offiziellen Eröffnung einer chinesisch-europäischen Wirtschaftskonferenz am Freitag in Hamburg.

Unter dem Titel "The Hamburg Summit" diskutieren führende Politiker, Unternehmer und Wissenschaftler noch bis Sonnabend über die gemeinsame Zukunft von China und Europa.

Selbstbewusst und mit einer der höchsten BIP-Wachstumsraten weltweit im Rücken räumte Peiyan mit einer aus seiner Sicht derzeit weit verbreiteten Fehleinschätzung auf: Der weltweite Anstieg des Ölpreises sei nicht allein auf den steigenden Bedarf in China zurückzuführen. Zwar sei der Bedarf in China seit Jahren deutlich gewachsen, doch liege der chinesische Anteil des weltweiten Verbrauchs an Öl bei lediglich rund 5 Prozent. Dies reiche nicht aus, um den Preis derart hoch zu treiben.

BU: Der Vorstandsvorsitzende der DaimlerChrysler AG, Juergen Schrempp (r.), stoesst am Freitag (26.11.04) im Mercedes Werk in Bremen zusammen mit dem chinesischen Vize-Premier Zeng Peiyan (l.) mit einem Glas Sekt an. Grund des chinesischen Besuches war die Unterzeichnung zweier neuer Joint Venture-Vertraege zur Produktion von Mercedes-Benz Pkw und Transportern in China

BU: Der Vorstandsvorsitzende der DaimlerChrysler AG, Juergen Schrempp (r.), stoesst am Freitag (26.11.04) im Mercedes Werk in Bremen zusammen mit dem chinesischen Vize-Premier Zeng Peiyan (l.) mit einem Glas Sekt an. Grund des chinesischen Besuches war die Unterzeichnung zweier neuer Joint Venture-Vertraege zur Produktion von Mercedes-Benz Pkw und Transportern in China

Foto: DDP
BU: Der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Zeng Peiyan (l) besucht am Donnerstag (25.11.2004) in Berlin das Gasturbinenwerk der Siemens AG. Neben ihm steht das Mitglied des Siemens-Zentralvorstandes Klaus Wucherer

BU: Der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Zeng Peiyan (l) besucht am Donnerstag (25.11.2004) in Berlin das Gasturbinenwerk der Siemens AG. Neben ihm steht das Mitglied des Siemens-Zentralvorstandes Klaus Wucherer

Foto: DPA
BU: Chinesische Teilnehmerinnen der Veranstaltung "The Hamburg Summit" unterhalten sich am Freitag (26.11.2004) in der Hamburger Handeskammer

BU: Chinesische Teilnehmerinnen der Veranstaltung "The Hamburg Summit" unterhalten sich am Freitag (26.11.2004) in der Hamburger Handeskammer

Foto: DPA


BU
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Die Frage, wie China auf die rasante Dollar-Abwertung reagieren werde, konterte der Vize-Ministerpräsident mit der Frage: "Warum reagiert die europäische Zentralbank nicht auf diese Entwicklung?" Die enge Anbindung Chinas und des gesamten asiatischen Wirtschaftsraumes an die US-Währung erfolge auf Grund "wirtschaftlicher Notwendigkeiten". Die europäischen Staaten dagegen hätten mehr Möglichkeiten, auf die Entwicklung des Dollar-Euro-Kurses Einfluss zu nehmen.

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