Deutsche Bank Kleinkredite für Chinesen

Die Deutsche Bank schielt auf das Privatkundengeschäft in den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Erde. Bankkreisen zufolge prüft sie den Einstieg in Indien und China.

Frankfurt - Die Deutsche Bank  prüft einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge den Einstieg in das Privatkundengeschäft in Indien und China. Bankenkreise bestätigten das am Freitag: "Es geht dabei um das Retailgeschäft in diesen Ländern, nicht nur bestimmte Zielgruppen wie Diplomaten." Im Umfeld der Bank hieß es allerdings, dass die Überlegungen noch in einem sehr frühen Stadium seien. Unklar sei etwa, ob die Deutsche Bank ein eigenes Netz von Filialen aufbauen oder vor Ort eine Bank übernehmen wolle. "Die Deutsche schaut sich zunächst das regulatorische Umfeld an", hieß es.

Die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt dürften langfristig höhere Wachstumsraten haben als westliche Länder. Bislang hatte Deutschlands führendes Kreditinstitut in Asien vor allem auf Investment-Banking, Firmenkunden und das Wertpapiergeschäft gesetzt. Die Deutsche Bank wollte auf "Handelsblatt"-Anfrage nur bestätigen, dass Asien ein wichtiger Wachstumsmarkt sei. In Indien habe das Geldinstitut das Eigenkapital ihrer Tochter in Bombay um die Hälfte erhöht und ihr eine Holdingstruktur gegeben. Indische Bankenkreise bewerteten dies als Vorbereitung für eine Akquisition.

Anfang November hatte bereits der Vorstandsvorsitzende der zweitgrößten russischen Bank Vneshtorgbank, Andrej Kostin, gesagt, er verhandele mit der Deutschen Bank und der spanischen Mediobanca darüber, welches von beiden in das staatliche Institut investieren soll.