Société Générale 190 Millionen für die Hanseatic Bank

Der Verkauf der Hanseatic Bank von Otto an Société Générale ist ausgehandelt: Die französische Großbank zahlt 190 Millionen Euro für 75 Prozent der Anteile; der Versandhauskonzern sichert sich die Dienste seiner einstigen Tochter.

Paris - Die französische Großbank Société Générale  hat für 190 Millionen Euro 75 Prozent der Hanseatic Bank vom Otto-Konzern gekauft. Der deutsche Versandhandelskonzern werde die restlichen 25 Prozent behalten, sagte eine Sprecherin der Bank am Montag in Paris. Anfang November hatten beide Unternehmen exklusive Verhandlungen über einen Einstieg der Franzosen bekannt gegeben.

Die Hanseatic Bank behält nach Angaben von Société Générale ihren Firmennamen und den Stammsitz Hamburg. Gleichzeitig vereinbarten der neue Eigentümer und der Otto-Versand eine auf 30 Jahre angelegte Exklusivpartnerschaft bei der Vergabe von Kundenkrediten im Versandgeschäft.

Dass Otto seine Tochter Hanseatic Bank verkaufen wolle, war Ende Mai bekannt geworden. Zunächst war Finanzkreisen von einem Wert von bis zu 250 Millionen Euro für 74,9 Prozent der Anteile ausgegangen worden. Lange Zeit galt die Postbank  als aussichtsreicher Käufer. Die Verhandlungen hatten bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. Anfang November hatte Otto allerdings gesagt, dass Exklusivverhandlungen mit Société Générale geführt würden, weil die Bank das "in seiner Gesamtheit beste Angebot" gemacht hätte.

Im Geschäftsjahr 2003/2004 erwirtschaftete die 1969 gegründete Hanseatic Bank in 30 Niederlassungen mit insgesamt 300 Mitarbeitern einen Überschuss von 13,4 Millionen Euro.

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