Landebahn Airbus-Chef Puttfarcken greift ein

Der Plan, das Auslieferungslager für das Superflugzeug A 380 nach Hamburg zu holen, hängt am seidenen Faden. Alle Versuche, vier Grundstücksbesitzer in Neuenfelde zum Verkauf zu bewegen, scheiterten. Nun will Airbus-Chef Gerhard Puttfarcken persönlich mit dem gewichtigsten Verweigerer verhandeln: Dem Kirchenvorstand Neuenfelde.

Hamburg - In die stockenden Verhandlungen zum Verkauf von Grundstücken für die Verlängerung der Airbus-Startbahn in Hamburg-Finkenwerder will sich jetzt auch der Deutschland-Chef des Unternehmens einschalten.

In der kommenden Woche sollen Gespräche aufgenommen werden, sagte Gerhard Puttfarcken am Sonntag dem Sender NDR 90,3. Er sieht ebenso wie Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) noch die Chance zur Einigung mit dem Vorstand der Kirche in Neuenfelde, die den Verkauf eines Grundstücks bisher ablehnt.

"Ich glaube, dass der Kirchenvorstand inzwischen die Tragweite einer negativen Entscheidung erkennt," sagte Uldall auf NDR Info am Sonnabend. Sollte die Kirche ihre Grundstücke nicht verkaufen, würde die EADS-Tochter  Airbus weitere Investitionen nur noch im französischen Toulouse tätigen. Und dies sei "eine fürchterliche Verantwortung" für diejenigen im Kirchenvorstand, die gegen den Grundstücksverkauf stimmten.

Kirche: Airbus ist nicht kompromissbereit

Am Freitag waren die Verhandlungen unterbrochen worden. Die Kirche in Neuenfelde erklärte, die Gespräche seien "ins Stocken" geraten und gab die Schuld daran dem Unternehmen Airbus, das keine Kompromissbereitschaft gezeigt habe. Ein Sprecher des Flugzeugbauers wies das als unangemessen zurück. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) betonte, er halte an dem Ziel der Startbahnverlängerung unverändert fest.

Die Entscheidung drängt, denn der Airbus-Aufsichtsrat will Anfang Dezember entscheiden, ob das Auslieferungszentrum für das neue Großflugzeug A 380 in Hamburg oder Toulouse entstehen soll. Hamburg kann nach Unternehmensangaben den geplanten Zuschlag nur bekommen, wenn die Start- und Landebahn um 589 Meter verlängert wird.

Hierzu ist der Erwerb von mehreren Grundstücken erforderlich, darunter auch das der Kirche. Von einer Einigung mit dem Kirchenvorstand erhofft sich Uldall einen Durchbruch auch für die Verhandlungen mit den verbliebenen verkaufsunwilligen Grundstückseigentümern. Eine vom Senat angestrebte Enteignung war vor Gericht gescheitert. Im Zusammenhang mit der Investitionsentscheidung geht es um bis zu 4000 Arbeitsplätze in der Region.

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