Audi 20 Millionen weniger Personalkosten pro Jahr

Die Personalkosten in der Produktion sind bei Audi nach Einschätzung des Managements zu hoch. Nach einem Magazinbericht sollen hier künftig jährlich bis zu 20 Millionen Euro gespart werden - wohl auch durch flexiblere Arbeitszeitgestaltung

Ingolstadt - Audi-Chef Martin Winterkorn hatte bereits angekündigt, dass auch die Ingolstädter ähnlich wie die Konzernmutter die Lohnkosten in Deutschland senken wollen. Gespräche darüber liefen mit den Arbeitnehmern. Dabei gehe es insbesondere um mehr Flexibilität. Auch eine längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich sei eine denkbare Option. Es gehe dabei aber nur um interne Betriebsvereinbarungen, nicht um Tarifverhandlungen, hatte das Unternehmen deutlich gemacht.

Die "Automobilwoche" meldet nun, dass Audi-Management und Betriebsrat derzeit unter anderem über die Arbeitszeitkonten diskutieren, die künftig an die Laufzeit eines Automodells geknüpft werden könnten. Derzeit müssten sie innerhalb eines Jahres ausgeglichen werden. Gedacht werde auch daran, Zuschläge für Überstunden und Samstagsschichten zu kürzen oder ganz abzuschaffen.

Audi ist seit Jahren eine Ertragsperle im unter Absatzschwierigkeiten leidenden VW-Konzern, nicht zuletzt, weil die Ingolstädter im renditestarken Premium-Segment agieren.

Volkswagens Nullrunde setzt den Trend

VW und die IG Metall hatten sich zuletzt nach einer harten Tarifrunde auf eine Bestandsgarantie bis Ende 2011 für mehr als 100.000 Arbeitsplätze in den westdeutschen Werken geeinigt. Im Gegenzug akzeptierte die Gewerkschaft eine Nullrunde bei Löhnen und Gehältern bis Januar 2007.

VW-Vertriebsvorstand Georg Flandorfer sagte dem Magazin: "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass ein Teil unserer Kunden weniger Geld für ein Auto ausgeben will - und diese Stimmung muss ein Volumenhersteller wie VW berücksichtigen." Besonders in den kleineren Klassen schaue der Kunde erst einmal auf den Einstiegspreis. "Dann sagt er: Das ist meine Preiskategorie.

Anschließend ist er durchaus bereit, mehr Ausstattung zu bestellen. Mit einem zu hohen Basispreis kann sich jeder Anbieter von dieser Shoppinglist quasi selbst entfernen." Neben dem Billigmodell Fox könnte auch der Polo preislich noch einmal nach unten gehen. "Da müssen wir uns unter Umständen etwas überlegen."

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