Airbus Verhandlungen vor dem Scheitern

Im Tauziehen um die Verlängerung der Start- und Landebahn des Airbus-Werks in Hamburg hat der Senat einen Rückschlag erlitten. Die Gespräche über die noch benötigten Grundstücke wurden am Freitag abgebrochen - die betroffene Kirchengemeinde wirft Airbus "Starrsinn" vor.

Hamburg - Die Startbahngegner aus dem vom Ausbau bedrohten Dorf Neuenfelde erklärten, die Gespräche seien "ins Stocken" geraten. Verantwortlich für den Misserfolg sei allein der Flugzeugbauer Airbus, der kein Entgegenkommen gezeigt habe.

Bewohner und die örtliche Kirchengemeinde verhandeln seit Wochen mit dem Hamburger Senat über den Verkauf ihres Schlüsselgrundstücks. In seiner Erklärung warf der Kirchenvorstand dem Flugzeugbauer vor, "starr und stur" an der vollen Verlängerung der Startbahn festgehalten und jeden Gedanken an einen Verzicht oder eine Verkürzung dieses Projekts verweigert zu haben.

Airbus wies die Vorwürfe als "vollkommen unangemessen" zurück. "Richtig ist, dass das Unternehmen sich sehr wohl kompromissbereit gezeigt und eine Vielzahl von konkreten Angeboten gemacht hat", hieß es. Dass es bei der Länge der Landebahn keinen Spielraum gebe, liege an technischen Fragen und nicht an mangelnder Kompromissbereitschaft. Airbus hatte unter anderem für Neuenfelde einen gemeinnützigen Fonds von drei Millionen Euro eingerichtet und zugesagt, dass die Startbahn über die geplanten 589 Meter hinaus nicht mehr verlängert werden solle.

Enttäuschter Bürgermeister

Bürgermeister Ole von Beust (CDU) zeigte sich enttäuscht und betonte gleichzeitig, der Senat halte an seinen Plänen fest. Senatskanzlei und Wirtschaftsbehörde schlossen kategorisch aus, dass die Gespräche endgültig beendet seien. "Die Angelegenheit ist zu wichtig, um sie scheitern zu lassen", sagte ein Senatssprecher. Auch die Kirche in Neuenfelde zeigte sich zu weiteren Verhandlungen bereit. Hamburgs Bischöfin Maria Jepsen sprach sich für eine direkte Beteiligung von Airbus an weiteren Gesprächen aus.

Nach den ursprünglichen Plänen sollte die Start- und Landebahn des Airbus-Werks in Finkenwerder um 589 Meter verlängert werden. Diese Verlängerung ist für die Frachtversion des neuen Großraumflugzeugs A380 nötig. Bei einem Scheitern des Vorhabens soll das in Hamburg vorgesehene Auslieferungszentrum für die A380 nach Toulouse vergeben werden.

Eine Studie im Auftrag der Hamburger Wirtschaftsbehörde ergab, dass mit dem Auslieferungszentrum in Hamburg bis zu 4000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten. Die endgültige Entscheidung des Airbus-Aufsichtsrates wird Anfang Dezember erwartet.

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