Autos Bosch macht auf billig

Wegen seiner anspruchsvollen Kunden gilt Deutschland als der schwierigste Automarkt der Welt. Doch jetzt entstehen anspruchslosere Käuferschichten, glaubt der Autozulieferer Bosch - und entwickelt fleißig Technik für Billigautos.

Frankfurt - "Wir sind überzeugt, dass das Segment der Billigstautos weltweit wachsen wird", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, Franz Fehrenbach, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Das bisher bei Autoteilen meist als Technologieführer in Erscheinung getretene Unternehmen will daher nun verstärkt auf Billigautos setzen - und dabei trotzdem von seinem guten Ruf profitieren. "Gerade die ganz billigen Autos müssen sich durch ein besonderes Merkmal profilieren - warum nicht durch ein Sicherheitssystem vom schwäbischen Qualitätsanbieter?", sagte Fehrenbach, und verwies auf das von Renault unter dem Namen der Tochtermarke Dacia in Rumänien gebaute Modell Logan: Für das Auto werde mit dem ABS-System von Bosch geworben. "Das ist wie Intel Inside", sagte Fehrenbach.

Trend zur "Entfeinerung"

Diese "Entfeinerung" soll Billigprodukten einen eigenen Platz in der Angebotspalette des Autozulieferers einräumen. Wie bereits Mitte der 90er Jahre reagiert die deutsche Automobilindustrie zurzeit wieder mit Vereinfachung, nachdem Innovationen der vergangenen Jahre am Bedarf der Kunden vorbei entwickelt wurden.

Die mussten wenig geliebte Zusatzausstattungen nicht nur mit Geld bezahlen, sondern auch mit Geduld. Immer wieder waren zuletzt Probleme bei hochmodernen Entwicklungen aufgetreten, die teure Autos lahm legten. Auch Bosch war an den Pannen beteiligt, zum Beispiel bei den Anlaufproblemen der aktuellen Mercedes E-Klasse.

Lada 110: Der Russe kostet knapp 8000 Euro

Lada 110: Der Russe kostet knapp 8000 Euro

Kia Picanto: Ab 8700 Euro bieten die Koreaner das Modell an

Kia Picanto: Ab 8700 Euro bieten die Koreaner das Modell an

Fiat Seicento: Das Basismodell ist ab etwa 7000 Euro zu haben

Fiat Seicento: Das Basismodell ist ab etwa 7000 Euro zu haben

Daewoo Matiz: Der kleine Koreaner ist ab 7300 Euro im Angebot

Daewoo Matiz: Der kleine Koreaner ist ab 7300 Euro im Angebot


Galerie der Aldi-Autos
Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild,
um zur Großansicht zu gelangen.

Auch die Zuwendung zu Billigautos kommt nicht zufällig zum jetzigen Zeitpunkt. Die "Aldisierung" derAutobranche zeichnet sich seit kurzer Zeit ab. Während der südkoreanische Hersteller Daewoo das Modell Matiz schon lange in Deutschland anbietet, hat Fiat zusätzlich zum Seicento in diesem Jahr einen neuen Panda vorgestellt. Lada bietet den Typ 110. Kia besetzt das unterste Segment mit dem Picanto. Bei all diesen Modellen werden Käufer weder mit einer üppigen Ausstattung noch mit technischen Finessen verwöhnt. Das Design ist mitunter dem Preis entsprechend.

Trotzdem erhofft sich auch Renault gute Geschäfte in diesem Segment. Die Franzosen wollen demnächst den Logan in einer Preisspanne zwischen 5000 und 10.000 Euro verkaufen. Zunächst kommt der Benziner zwar nur in Rumänien und der Türkei auf den Markt. Dennoch kündigte Konzernchef Louis Schweitzer bereits an: "Wir schließen mittelfristig nicht aus, dass dieser Wagen seinen Platz in jedem Markt finden kann."

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.